- Der Fall eines verhafteten ehemaligen Aargauer SVP-Politikers hat eine noch grössere Tragweite als bisher bekannt.
- Bislang war vor allem vom sexuellen Missbrauch einer Frau und ihrer Tochter die Rede.
- Recherchen von SRF zeigen nun: Dem Mann werden im Zusammenhang mit einem dritten Opfer deutlich mehr Delikte vorgeworfen.
Insgesamt 140 Mal soll der Beschuldigte das dritte Opfer über mehrere Jahre hinweg betäubt und sexuell missbraucht haben. Auch diese Taten soll er gemäss Anklageschrift, die SRF vorliegt, gefilmt haben. Die Person leidet bis heute unter den Folgen der mutmasslichen Übergriffe. Erst später soll sich der Beschuldigte gemäss Anklage auf eine Mutter und deren damals 15-jährige Tochter konzentriert haben.
Innerhalb eines Jahres soll es dort vor allem gegenüber der Minderjährigen zu insgesamt 44 Übergriffen gekommen sein, bis er vor knapp drei Jahren schliesslich verhaftet wurde.
Der ehemalige Politiker wird unter anderem wegen mehrfach versuchten Mordes angeklagt. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm vor, die Opfer mit den eingesetzten Sedierungsmitteln in akute Lebensgefahr gebracht zu haben. Die verwendeten K.-o.-Medikamente könnten bereits in geringen Mengen überdosiert werden und zu tödlichen Atemstillständen führen.
Die Staatsanwaltschaft fordert für den ehemaligen Kantonsparlamentarier eine lebenslängliche Freiheitsstrafe. Für den Mann gilt die Unschuldsvermutung.