Zum Inhalt springen

Header

Zur Übersicht von Play SRF Audio-Übersicht

Brandkatastrophe im Wallis Diese Ereignisse erschütterten die Schweiz

40 Todesopfer hat das Feuer in Crans-Montana nach bisherigen Erkenntnissen gefordert. Damit gehört sie zu den schrecklichsten Katastrophen in der Geschichte der Schweiz. Ein Blick zurück.

Katastrophen hat die Schweiz bisher einige erlebt – doch keine Brandkatastrophe in diesem Jahrhundert war so tödlich, wie die jetzige in Crans-Montana.

Bisher melden die Behörden 40 Todesopfer. Doch in Spitälern in der Schweiz und auch in den Nachbarländern liegen 80 bis 100 Brandverletzte, deren Überleben nicht sicher ist. Die «schreckliche Bilanz» von rund 40 Todesopfern könnte sich demnach noch verschlimmern, so der Walliser Sicherheitsdirektor Stéphane Ganzer am Freitagmorgen im Gespräch mit dem französischen Radiosender RTL.

Schweizer Flagge und Statue vor dunklem Himmel.
Legende: Die Schweiz trauert und fühlt mit den Angehörigen der Opfer der Brandkatastrophe von Crans-Montana. Die Fahnen – hier beim Bundeshaus – wehen auf halbmast. Keystone/ANTHONY ANEX

So wie diesmal war die Schweiz auch bei folgenden Brandkatastrophen äusserst betroffen:

  • Am meisten Todesopfer forderte der Brand bei den Bauarbeiten des Hauenstein-Scheiteltunnels (SO). Im Jahr 1857 starben insgesamt 63 Menschen – eingeschlossenen Arbeiter, aber auch Helfer.
  • Am 1. April 1944 feuerte die US-Luftwaffe 371 Bomben über Schaffhausen ab. 40 Sekunden dauerte das Bombardement. Danach waren 37 Menschen tot, Hunderte verletzt.
  • Am 6. März 1971 brach in der psychiatrischen Klinik «Burghölzli» in Zürich ein Brand aus, bei dem 28 Männer der geriatrischen Abteilung den Tod fanden.
  • Ein Brand im Gotthard-Strassentunnel am 24. Oktober 2001 fordert 11 Todesopfer. Auslöser ist ein Lastwagen, der auf die Gegenfahrbahn gerät und dort mit einem weiteren Lastwagen kollidiert. Ausfliessendes Dieselöl führt zur später als «Gotthard-Inferno» bekannten Katastrophe.
  • Grosse Betroffenheit löste landesweit auch der Tod von 10 Feuerwehrleuten bei einem Einsatz in Gretzenbach SO aus. Sie waren am 27. November 2004 ausgerückt, um drei brennende Autos in einer Tiefgarage zu löschen. Plötzlich stürzt die tonnenschwere Betondecke herab und begräbt die Männer unter sich.

Mann auf Bahre. Rauch.
Legende: Ein Feuerwehrmann wird aus der brennenden Garage in Gretzenbach (SO) geborgen. (27.11.2004) Keystone/Steffen Schmidt

Am meisten Opfer forderten und fordern hierzulande seit jeher Naturereignisse wie Bergstürze oder Lawinen:

  • Er gilt als die tödlichste Katastrophe in der Schweiz bisher. Beim Bergsturz von Goldau SZ 1860 starben fast 460 Menschen.
  • Die zweitgrösste Opferzahl forderte mit 114 Toten ebenfalls ein Bergsturz – in Elm GL im Jahr 1844.
  • Bei der Mattmark-Katastrophe starben am 30. August 1965 im Wallis 88 Arbeiter durch eine Eislawine – die grösste Baustellenkatastrophe der Schweiz.
  • In Reckingen VS reisst am 24. Februar 1970 eine Staublawine 30 Menschen in den Tod.
  • 21 Personen werden am 27. Juli 1999 im Saxetbach BE von einer Sturzflut überrascht und mitgerissen. Sie waren dort beim Canyoning.

Auch Verkehrsunfälle auf der Strasse, auf der Schiene oder in der Luft forderten schon zahlreiche Todesopfer auf einem Schlag und erschütterten die Schweiz.

  • Der Absturz einer vollbesetzten Caravelle der Swissair bei Dürrenäsch AG forderte am 4. September 1963 80 Tote. Tragisch: Über die Hälfte davon stammte aus dem Zürcher Bauerndorf Humlikon.
  • Bei Münchenstein (BL) stürzt 1891 die Eisenbahnbrücke über die Birs ein. 73 Menschen verlieren an Bord eines Zuges das Leben.
  • Ein belgischer Reisecar prallt am 13. März 2012 im Sierre-Tunnel (VS) frontal gegen eine Betonmauer am Ende eines Ausweichplatzes. Die schreckliche Bilanz: 28 Tote, darunter 22 Kinder. Auch hier ist die Anteilnahme weit über die Schweizer Grenzen enorm.

SRF 4 News, 2.1.2026, 8:00 Uhr

Meistgelesene Artikel