Unter den Opfern der Tragödie von Crans-Montana sind auch junge Feriengäste aus dem Ausland. Unter ihnen viele aus Frankreich und Italien, weshalb die dortigen Medien intensiv über die Katastrophe berichteten.
Das Inferno im Wallis schüttelt Italien so durch, als wäre die Brandkatastrophe im eigenen Land passiert.
Crans-Montana ist in Italien seit Tagen das Thema Nummer eins, sagt SRF-Italien-Korrespondent Franco Battel. «Eine ähnlich grosse Betroffenheit und Trauer habe ich nur beim Einsturz der Morandi-Brücke in Genua 2018 und bei den vielen Corona-Toten in Bergamo 2020 erlebt», so Battel. «Das Inferno im Wallis schüttelt Italien so durch, als wäre die Brandkatastrophe im eigenen Land passiert.»
In Italien wird das Unglück offensichtlich deutlich emotionaler aufgenommen als in anderen betroffenen Ländern. Dies hat laut Battel wohl auch mit der massiven italienischen Medienpräsenz in Crans-Montana zu tun, die auch zum Betreiberpaar der Bar recherchiert.
Medien fragten sich etwa, woher dieses Paar die mehreren Millionen Franken hernahm, um in Crans-Montana und Umgebung drei Lokale zu betreiben und eine luxuriöse Wohnung zu besitzen. Dazu die drängende Frage, warum das Paar trotz vieler belastender Elemente weiterhin auf freiem Fuss ist und nicht in Untersuchungshaft wegen möglicher Verdunkelungsgefahr.
Neben der grossen Anteilnahme für die Opfer ist man erschüttert, wie in der gut funktionierenden Schweiz eine solche Tragödie möglich ist.
Auch in Frankreich ist die Betroffenheit gross. Davon zeugen etwa die Blumen und Kerzen vor der Schweizer Botschaft in Paris. In den Nachrichtensendungen bleibt die Tragödie ein grosses Thema. Dass die Schweiz so viel Aufmerksamkeit bekomme, sei eher ungewöhnlich für Frankreich, sagt SRF-Frankreich-Korrespondentin Zoe Geissler. Dies hänge wohl nicht nur mit dem Ausmass der Katastrophe, sondern auch mit den vielen französischen Opfern und der geografischen Nähe zum französischsprachigen Crans-Montana zusammen.
«Neben der grossen Anteilnahme für die Opfer ist man erschüttert, wie in der gut funktionierenden Schweiz eine solche Tragödie möglich ist», so Geissler weiter. Die seit Tagen kursierenden Berichte über die Versäumnisse in der Brandschutzkontrolle werfen auch in Frankreich die Frage nach der Verantwortung auf, wie Geissler sagt. So etwa bezüglich der Sicherheitskontrollen in der Bar und der Frage, warum es keine besseren Kontrollen gab.
In den Blick nahmen die Medien laut Geissler aber ziemlich schnell auch das aus Frankreich stammende Betreiberpaar. Im Zusammenhang mit der früheren Verurteilung des Betreibers in Frankreich sei auch die Frage im Raum, wie dieser in der Schweiz eine Bar eröffnen konnte, obwohl er bereits mit dem Gesetz in Konflikt geraten war.