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Funde in Bern und Zug Japankäfer: Trockenheit hilft im Kampf gegen den Schädling

  • Der Japankäfer breitet sich in der Schweiz weiter aus: In Bern sowie in Buchs SG, Zug und Baar ZG wurden neue Populationen entdeckt.
  • Fachleute in der Region Basel ziehen indes eine positive Bilanz im Kampf gegen den Käfer: Die Massnahmen scheinen zu greifen.
  • Auch die aktuelle Trockenheit hilft gegen die Ausbreitung des invasiven Schädlings.

Er ist gekommen, um zu bleiben: Der Japankäfer hat sich in der Schweiz etabliert. Nachdem sich die invasive Käferart aus Asien im Tessin stark ausgebreitet hat, gab es in den vergangenen Jahren auch Funde in der Deutsch- und Westschweiz.

Karte der Schweiz mit farbigen Zonen in Rot und Gelb.
Legende: Im Tessin hat sich der Japankäfer schon stark ausgebreitet. Stand: Mai 2026 Agroscope

Nun sind weitere Regionen in der Schweiz betroffen. In den letzten Wochen wurden in den Städten Bern, Zug und Baar ZG sowie in Buchs im St. Galler Rheintal Exemplare des gefrässigen Insekts gemeldet. An verschiedenen Orten greifen die Behörden jetzt zu einschneidenden Massnahmen – etwa einem Bewässerungsverbot für Rasenflächen. Auch Grüngut darf nicht aus dem Befallsgebiet geführt werden.

Keine «explosionsartige» Vermehrung

Derweil gibt es in der Region Basel positive Neuigkeiten von der Käferfront. Erste Zahlen aus 2026 zeigen nämlich: Zwar ist der Japankäfer auch hier angekommen, die zunächst befürchtete explosionsartige Vermehrung blieb bisher aber aus.

Grüner Trichter auf einem Drahtzaun in einem trockenen Garten mit Bäumen im Hintergrund.
Legende: Mit solchen Fallen werden Japankäfer angelockt und gefangen. In der Region Basel gingen so bis anhin rund 70 Käfer ins Netz. SRF/Lucius Müller

Vor drei Jahren wurden erste Japankäfer bei Münchenstein BL entdeckt – vor den Toren der Stadt Basel. Seither überwachen Fachleute die Situation mit mehr als 100 Fallen. Die Bilanz: In diesem Jahr wurden bislang 71 Käfer gefangen. Das sind zwar etwas mehr als im Vorjahr, als knapp 50 Tiere nachgewiesen wurden.

Die Ampel steht nach wie vor auf Orange.
Autor: Christoph Böbner Leiter Ebenrain-Zentrum für Landwirtschaft, Natur und Ernährung

Von Zuständen wie im Tessin sei die Region Basel aber weit entfernt, sagt Christoph Böbner, Leiter des Ebenrain-Zentrums für Landwirtschaft, Natur und Ernährung in Sissach BL: «Die Ampel steht nach wie vor auf Orange. Aber wir haben keine Explosion der Population. Das ist beruhigend», sagt Böbner.

Trockenheit wird zum Verbündeten

Dass die Entwicklung in der Region Basel bisher glimpflich verlaufen ist, hat wohl auch mit dem aktuellen Wetter zu tun. Die anhaltende Trockenheit erschwert dem Schädling die Vermehrung. Die Weibchen legen ihre Eier nämlich bevorzugt in feuchten Rasenflächen ab. Damit sich die Larven entwickeln können, brauchen sie genügend Feuchtigkeit im Boden.

Die Trockenheit hilft den Behörden also im Kampf gegen den Japankäfer. Gleichzeitig bringt sie die Fachleute in ein Dilemma. Einerseits sollen Böden wegen des Japankäfers möglichst austrocknen, andererseits leiden Bäume und andere Pflanzen unter der Trockenheit und benötigen dringend Wasser.

Bewässerung: Empfehlung statt Verbot

«Das Risiko ist recht gross, dass Bäume Schaden nehmen», sagt Böbner. Deshalb hätten sich die Verantwortlichen in den beiden Basel gemeinsam mit dem Bund gegen ein generelles Bewässerungsverbot und stattdessen nur eine Empfehlung ausgesprochen.

Bund: Aufpassen auf «blinde Passagiere»

Box aufklappen Box zuklappen
Ein kleiner Käfer mit grünem und braunem Panzer auf einer menschlichen Hand.
Legende: SRF/Lucius Müller

Der Japankäfer breitet sich nicht nur aus eigener Kraft aus. Häufig reist er als blinder Passagier mit und gelangt so in neue Regionen.

Das Bundesamt für Landwirtschaft ruft deshalb insbesondere Reisende dazu auf, aufmerksam zu sein. Wer aus Befallsgebieten wie dem Tessin, Norditalien, dem Misox oder dem Simplongebiet zurückkehrt, sollte Auto, Gepäck und Ausrüstung kontrollieren. Denn oft verstecken sich die Käfer unbemerkt in Fahrzeugen oder zwischen Gepäckstücken.

Wird ein Japankäfer entdeckt, soll er dem kantonalen Pflanzenschutzdienst gemeldet werden. Mit solchen Meldungen hoffen die Behörden, neue Populationen möglichst früh zu entdecken und einzudämmen.

Entwarnung geben können die Behörden in der Region Basel trotz der positiven Entwicklung in diesem Jahr nicht und die Furcht bleibt: Der Japankäfer befällt mehr als 400 Pflanzenarten, darunter Reben, Obstbäume, Mais sowie zahlreiche Zierpflanzen. Im Tessin und Norditalien hat der Käfer bereits Millionenschäden angerichtet.

Ausbreitung soll gebremst werden

Ganz ausrotten lasse sich der Japankäfer wohl nicht mehr, sagt Böbner. Ziel sei es nun, seine Ausbreitung möglichst zu bremsen und Zeit für neue Bekämpfungsmethoden zu gewinnen. «In dieser Zeit sind wir zusammen mit Forschungsanstalten und internationalen Partnern daran, herauszufinden, wie wir des Käfers habhaft werden können.»

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Regionaljournal Basel 16.7.26, 17.30 Uhr ; 

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