- Zürich wird diese Woche zur Klima-Stadt: Zum ersten Mal findet eine sogenannte Climate Week Zurich statt.
- Mit dabei sind Vertreterinnen und Vertreter von der Umweltorganisation Greenpeace bis zum Rückversicherer SwissRe, vom Bundesamt für Umwelt bis zum Klima-Startup.
- Über 250 Anlässe mit mehr als 10'000 Teilnehmerinnen und Teilnehmern werden durchgeführt.
Da wird über neue Wege der Kommunikation über den Klimawandel diskutiert, dort darüber, wie die Politik die Abscheidung von CO₂ aus der Luft voranbringen kann oder soll. Weiter zeigen Finanzmarktspezialistinnen und -spezialisten, wie Greenwashing erkannt werden kann, und zwischendurch gibt es Klimaführungen durch die Stadt.
Der Geschäftsführer der Climate Week, Johannes Pokorny, ist selbst erstaunt über das grosse Interesse. Vor allem, weil der Klimawandel bei vielen nicht mehr zuoberst auf der Agenda steht. «Viele Teilnehmerinnen und Teilnehmer haben offenbar das Gefühl, wir müssen jetzt erst recht zusammenkommen und Dinge voranbringen. Innerhalb von Zürich, innerhalb der Schweiz, aber eben auch innerhalb von Europa. Und dann hat sich das einfach so wie ein Schneeballsystem über die letzten Wochen und Monate entwickelt. Und wir sind tatsächlich selbst sehr positiv überrascht, dass wir jetzt schon diese Grösse erreicht haben», sagt Pokorny.
Tausende fliegen an eine Klimawoche. Macht das Sinn?
Zürich soll in Europa das werden, was New York jeweils im Herbst in den USA ist: eine Messe für Klimaschutz. Firmen nutzen die Gelegenheit, um Kunden anzuziehen, Nichtregierungsorganisationen machen auf ihre Anliegen aufmerksam und Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler finden hier Publikum und Partnerinnen für ihre Forschung.
Aber lohnt sich der Aufwand und der Schaden am Klima, wenn Tausende für diese Woche nach Zürich fliegen?
Wir glauben daran, dass wirklich zusammenarbeiten und Beziehungen aufbauen, am Ende immer noch physisch passieren muss.
Das sei eine absolut berechtigte Frage, sagt Pokorny. «Aber nichtsdestotrotz: Das ist für uns auch sehr wichtig.» Fast alle Events seien in Person und nicht virtuell. «Wir glauben ganz stark daran, dass wirklich zusammenarbeiten und Beziehungen aufbauen, am Ende immer noch physisch passieren muss und nicht ausschliesslich über virtuelle Kanäle funktionieren kann.»
Die Organisatoren wollen möglichst genau messen, was aus den Diskussionen in Zürich später entsteht, und ihre Lehren ziehen für die zweite Ausgabe der Klimawoche in Zürich. Diese soll, so der Plan, bereits im kommenden Jahr stattfinden.