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Nach Finnland-Reise Pfister ist beeindruckt vom Aufrüstungstempo in Finnland

  • Verteidigungsminister Martin Pfister hat sich in Finnland aus erster Hand über die erhöhte Bedrohungslage an der Grenze zu Russland informieren lassen.
  • Er zeigt sich beeindruckt vom Aufrüstungstempo des nordischen Staates – und sieht auch die Schweiz gefordert.
  • Der finnische Verteidigungsminister Antti Häkkänen habe von einer «sehr bedrohlichen Lage» gesprochen, berichtete Pfister.

Das Verständnis eines umfassenden Sicherheitsbegriffs sei in der finnischen Gesellschaft weit fortgeschritten. Im Milizsystem seien zudem viele Bürgerinnen und Bürger bereit, bis 65-jährig als Reservisten zu dienen.

Schweizer Sensibilität schärfen

Auch in der Schweiz sei der Wille für Investitionen in die Sicherheit da, sagte Pfister. Er gab aber gleichzeitig zu bedenken, dass Finnland und auch andere Länder deutlich schneller vorwärtsmachten bei der Aufrüstung. Seine Amtskolleginnen und -kollegen hätten jedoch durchaus Verständnis dafür, dass die politischen Mühlen in der Schweiz langsamer drehten.

Menschen auf der Kommandobrücke eines Schiffs im Anzug und in Uniform.
Legende: Bundesrat Martin Pfister und Küstenwachkommandant Mikko Simola beobachten an Bord eines finnischen Patrouillenschiffs eine Einsatzdemonstration während des offiziellen Besuchs der Schweizer Delegation in Helsinki. KEYSTONE / Andreas Becker

Hierzulande dauere es wohl auch deshalb etwas länger, weil die Sensibilität in der Bevölkerung weniger gross sei als bei unmittelbaren Nachbarn von kriegsführenden Staaten, vermutete Pfister. «Wir haben in der Schweiz eine lange Periode von Frieden. Da geht es etwas länger, das Thema Sicherheit in der Gesellschaft umfassend zu priorisieren.»

Immer im Rahmen der Neutralität.
Autor: Martin Pfister Bundesrat

Er spüre aber den Willen in der Schweizer Bevölkerung, etwas zu tun. «Immer im Rahmen der Neutralität», wie Pfister sagte. Da gehe es beispielsweise auch um friedensfördernde Einsätze oder Minenräumungen.

Sicherheit an der Ostflanke

Der Schweizer Verteidigungsminister will sich in der laufenden Woche auch in Warschau ein Bild davon machen, wie die Länder in unmittelbarer Nähe zu Russland und zur Ukraine die Bedrohungslage wahrnehmen und welche konkreten Massnahmen sie ergreifen, um ihre Sicherheit und ihre Resilienz zu stärken.

Er erhoffe sich auch von seiner Reise nach Osteuropa und vom Treffen mit seinem polnischen Amtskollegen Wladyslaw Kosiniak-Kamysz Informationen zur Abwehr von Bedrohungen, sagte Pfister. Polen mache sehr viel für die Sicherheit in Europa. «Das Land ist federführend im Bereich der Abschreckung.»

Zwei Männer im Anzug unterhalten sich vor Flaggen.
Legende: Finnlands Verteidigungsminister Antti Häkkänen empfängt den Schweizer Bundesrat Martin Pfister in Helsinki zu einem bilateralen Treffen. Nach dessen Besuch in Finnland wird sich der Bundesrat auch in Warschau ein Bild der Lage machen. KEYSTONE / Andreas Becker

Pfister tauscht sich während seiner Arbeitsreise auch mit Fachleuten aus Armee und Sicherheitspolitik aus, spricht mit Parlamentarierinnen und Parlamentariern und besucht Schauplätze der Sicherheitskräfte. Insgesamt gehe es darum, welche Bedrohungen als besonders relevant eingeschätzt würden, welche Antworten die Länder darauf entwickelten und in welchen Bereichen sich daraus Rückschlüsse für die Schweizer Sicherheitspolitik ergeben könnten.

SRF 4 News, 14.3.2026, 15 Uhr ; 

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