- Nach einem langen Unterbruch soll die Auszahlung von Taggeldern für Arbeitslose bis Ende Januar wieder funktionieren.
- Dies sagte Jérôme Cosandey, Leiter der Direktion für Arbeit im Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) im Westschweizer Fernsehen RTS.
- Seit Mitte Dezember hatten tausende Arbeitslose aufgrund einer Änderung des Zahlungssystems ihre Taggelder nicht erhalten.
Ein Änderung beim Zahlungssystem habe die Bearbeitungszeit verlangsamt. Das System sei nun aber stabilisiert und funktioniere nun Tag für Tag besser, sagte Jérôme Cosandey, Leiter der Direktion für Arbeit beim Seco. «Seit Anfang Januar haben wir 270 Millionen Franken ausgezahlt. Und 70 Millionen mehr als am Vortag.» Cosandey war Studiogast in der Tagessschau «19h30» von RTS. Er zeigte sich bewegt von den zahlreichen Erfahrungsberichten, die er in den letzten Tagen gehört habe.
Cosandey wies darauf hin, dass die grösseren Probleme behoben seien. «Es gibt jedoch weiterhin Probleme mit der Benutzerfreundlichkeit», fügte er hinzu. Man arbeite mit Hochdruck daran, dass alle Zahlungen bis Ende Monat ausgeführt werden können.
Projektschwierigkeiten waren bekannt
Die Tamedia-Zeitungen hatten zuvor berichtet, dass die Auszahlung der Arbeitslosentaggelder aufgrund technischer Probleme beim IT-System Asal 2.0 ungewiss sei. Die Schwierigkeiten beim Projekt waren bekannt. Die Eidgenössische Finanzkontrolle (EFK) hatte wiederholt auf Schwachstellen hingewiesen. In einem Bericht vom Januar 2024 hatte die EFK wesentliche Mängel in der Projektsteuerung und -führung festgestellt.
Bei einem Hintergrundgespräch mit Journalisten Anfang Woche zeigten die Verantwortlichen des Seco glaubhaft, dass mit Hochdruck an einer Lösung gearbeitet werde, damit die Arbeitslosengelder so rasch wie möglich ausgezahlt werden können. Probleme habe es gegeben wegen Zeitdrucks, alten Programmen, vielen Schnittstellen und dem Ausfall eines Servers.
Betroffen von der Systemstörung ist ein Grossteil der aktuell rund 145'000 Arbeitslosen in der Schweiz. Die Einführung des IT-Systems am 6. Januar hatte technische Probleme verursacht. Beim Seco hiess es auf Anfrage der Agentur Keystone-SDA, dass die Systemeinführung für die Arbeitslosenkassen zu einem vorübergehend erhöhten operativen Aufwand und damit zu einer längeren Dossier-Bearbeitungszeit führe.