«Nichts machen ist keine Lösung», sagt Jessica Mor-Camenzind. Die 55-Jährige vermittelt in der Stadt Zürich Wohnungen an die Angehörigen der Opfer der Brand-Katastrophe von Crans-Montana. Meist kostenlos.
«Auch wenn man selbst nicht viel machen kann in dieser ohnmächtigen Situation, dann kann man wenigstens Solidarität zeigen.» Und Zürich zeige sehr viel Engagement.
«Ich habe Unmengen von E-Mails bekommen», sagt sie. Und meint damit Nachrichten von Menschen, die nach einem Aufruf in den sozialen Medien Familien und Freunden von Spitalpatienten Unterkünfte in Zürich zur Verfügung stellen wollen.
Privatpersonen und Hotels helfen
Denn: In der Behandlung der Brandopfer nimmt die Stadt Zürich eine wichtige Rolle ein. Am Universitätsspital Zürich und am Kinderspital, die auf Brandverletzungen spezialisiert sind, werden aktuell mehrere Personen behandelt. Auch ihre Angehörigen werden dort psychologisch betreut.
Viele Familien haben rasch nach der Katastrophe eine Unterkunft in Zürich gefunden, sagt Camenzind. «Es kann aber gut sein, dass es eine Anschlusslösung braucht, wenn Angehörige nach ein oder zwei Wochen das Airbnb oder die Wohnung verlassen müssen, aber trotzdem länger bleiben wollen.»
Es seien vor allem Privatpersonen, die etwa Einliegerwohnungen zur Verfügung stellten, sagt Camenzind. Aber auch Hotels würden für eine gewisse Zeit gratis Zimmer anbieten. Die meisten Angebote befinden sich in unmittelbarer Nähe zum Kinderspital.
«Kispi» ist froh um Unterstützung
Dort werden aktuell fünf schwerstverbrannte jugendliche Patientinnen und Patienten behandelt – vier von ihnen befinden sich nach wie vor in kritischem Zustand.
Das Kinderspital Zürich erhalte sehr viel Zuspruch und Solidaritätsbekundungen, teilt es dem Regionaljournal Zürich Schaffhausen schriftlich mit. Für die erhaltene Unterstützung und Wertschätzung sei man äusserst dankbar, heisst es weiter. Und: In den vergangenen Tagen konnten betroffene Familien entweder in Kinderspital-Elternunterkünften untergebracht werden oder die Familien hätten privat oder in Hotels übernachtet.
Weitere Wohnungen sind gefragt
Mit der Hilfe von Jessica Mor-Camenzind sind bis jetzt drei Einliegerwohnungen vermittelt worden. Die Immobilienberaterin ist aber weiterhin auf der Suche nach zusätzlichen Möglichkeiten, gerade aktuell werde eine 4.5-Zimmer-Wohnung benötigt.
Die Vermittlung von Wohnmöglichkeiten laufe in erster Linie über das Kinderspital oder das Universitätsspital Zürich, sagt Jessica Mor-Camenzind weiter. Aber sie könne nun dank zahlreichen Kontakten bei der Suche behilflich sein.