Im Brandverletztenzentrum vom «Kispi», dem Kinderspital Zürich, werden aktuell fünf Verletzte des Brandunglücks behandelt, alle unter 18 Jahre alt. Die Chefärztin und ihr Team sind stark gefordert.
Viele Patientinnen und Patienten haben drittgradige Verletzungen, womit die Haut ihre Funktion komplett verloren hat, wie Kathrin Neuhaus, Chefärztin des Brandverletztenzentrums im Kinderspital Zürich, sagt. «Das heisst, sie sind Infektionen ausgesetzt, sie verlieren Wärme und es kommt durch die schwere Brandverletzung zu einer Verbrennungskrankheit, die den ganzen Körper systemisch betrifft, also auch das Herz-Kreislauf-System.» Viele Patienten hätten schwere Schädigungen der Atemwege, insbesondere der Lunge.
Zahlreiche medizinische Eingriffe stehen an
Die jugendlichen Patienten liegen im künstlichen Koma, teilweise sind über 70 Prozent der Körperoberfläche verbrannt. In den ersten Tagen müsse man nun sichten, was alles verletzt ist und das Ausmass bestimmen, so Neuhaus. «Dann geht es darum, so schnell wie möglich die verletzte und nicht mehr durchblutete Haut zu entfernen. In einem zweiten Schritt müssen wir dann diese Haut für jeden Patienten mit Eigenhaut ersetzen», erklärt Neuhaus. Dabei gehe es um eine zweistelligen Zahl von Eingriffen.
Die Patientinnen und Patienten seien aktuell in einem kritischen Zustand. Trotzdem sei die moderne Verbrennungsmedizin heute in der Lage, selbst die grossflächigsten Verletzungen zum Überleben zu bringen und mit all den modernen und innovativen Möglichkeiten auch zu einer sehr guten Lebensqualität, so Neuhaus: «Aber es ist ein langer Weg.»
Im Moment planen wir, mit jedem Patienten jeden zweiten Tag in den OP zu gehen.
Im Kinderspital Zürich müssen nun andere geplante Operationen verschoben werden. «Wir haben die OP-Kapazität hochgefahren, das heisst statt Notfallprogramm in einem Saal sind wir schon in zwei Sälen zugange», so Neuhaus. Es sei zudem geplant, noch weitere Säle zu öffnen, um alle Patientinnen und Patienten versorgen zu können: «Im Moment planen wir, mit jedem Patienten jeden zweiten Tag in den OP zu gehen.»