- Alle Primarschülerinnen und Primarschüler in der Schweiz sollen eine zweite Landessprache lernen.
- Der Bundesrat will dafür das Sprachengesetz anpassen. Er hat einen entsprechenden Gesetzesentwurf in die Vernehmlassung geschickt.
- Die Landesregierung reagiert damit auf Bestrebungen verschiedener deutschsprachiger Kantone, Französisch aus dem Lehrplan zu streichen.
Der Bundesrat zeigt sich über diese Entwicklung beunruhigt. Dies widerspreche der Sprachenstrategie der Kantone.
«Die sprachliche Vielfalt ist ein Grundpfeiler der Schweiz. Sie ermöglicht es uns, einander zu verstehen», sagte Bundesrätin Elisabeth Baume-Schneider vor den Medien in Bern. Das Abweichen einiger Kantone gefährde die «gefährdet die Harmonisierung des Unterrichts und den nationalen Zusammenhalt».
Bundesrat schlägt zwei Varianten vor
Bei der Diskussion gehe es nicht nur um eine pädagogische Frage. «Sie stellt die Mehrsprachigkeit unseres Landes infrage», so Baume-Schneider weiter. «Nur weil Mathematik schwierig ist, gibt man sie nicht auf.»
Der Bundesrat stellt zwei Varianten zur Diskussion: Die erste will, dass in der Primarschule zwei Fremdsprachen unterrichtet müssen, eine zweite Landessprache und Englisch. So steht es im Harmos-Konkordat, zu dem 15 der 26 Kantone gehören.
Die zweite Variante lässt den Kantonen mehr Spielraum. Demnach soll eine zweite Landessprache ab der Primarschule und bis zum Ende der obligatorischen Schulzeit unterrichtet werden.
Die Vernehmlassung dauert bis zum 5. Oktober 2026.