- In Genf haben mehrere Tausend Menschen gegen den G7-Gipfel demonstriert, der am Montag im französischen Evian beginnt.
- Der Protestzug startete am Nachmittag im Park Mon Repos unter strengen Sicherheitsvorkehrungen. Er muss spätestens 22:30 Uhr aufgelöst werden.
- Die Polizei hat zahlreiche gefährliche Gegenstände sichergestellt.
Zur Kundgebung aufgerufen hatte die No-G7-Koalition, ein Zusammenschluss von rund 60 Organisationen. An der Spitze des Zuges wurde ein Transparent mit der Aufschrift «Antifaschistische, antiimperialistische Antwort – No G7» getragen. Dahinter reihten sich verschiedene Blöcke ein, darunter feministische, pro-palästinensische, revolutionäre, kurdische und gewerkschaftliche Gruppen.
Die Demonstrierenden marschierten mit Fahnen, Trillerpfeifen und Protestplakaten gegen Kapitalismus, für eine gerechtere Globalisierung, für Frauenrechte und Klimaschutz – das sind nur einige der Ziele. Mehr als 7000 Sicherheitskräfte sind im Einsatz.
Die Route des Zuges ist auf die rechte Seeseite beschränkt und führt über die Quais, die Rue des Alpes, die Rue de la Servette, die Avenue Giuseppe-Motta und die Place des Nations zurück zum Ausgangspunkt. Der Protest soll bis spätestens 22:30 Uhr beendet sein.
Polizei beschlagnahmt gefährliche Gegenstände
Die Genfer Polizei hat nach eigenen Angaben zahlreiche gefährliche Gegenstände sichergestellt, die als potenzielle Waffen genutzt werden könnten. Die Funde wurden entlang der Route und im Bereich des Parks Mon Repos gemacht.
Zu den konfiszierten Objekten zählen Messer, Gaskartuschen, Teleskopschlagstöcke, Boulekugeln und Feuerwerkskörper. Ausserdem wurden Schutzmasken, Sturmhauben, Wechselkleidung und verstärkte Planen beschlagnahmt.
Einige der gefundenen pyrotechnischen Gegenstände gelten als besonders gefährlich, da sie bei der Zündung extrem hohe Temperaturen erreichen und schwere Verbrennungen verursachen können. Die Polizei betonte, dass diese Gegenstände ein erhebliches Sicherheitsrisiko für die Teilnehmer und den Ablauf der Veranstaltung darstellen.
Innenstadt verbarrikadiert
Die G7-Gegner protestieren in Genf rund 50 Kilometer vom Gipfelort Evian entfernt, weil Frankreich zu dem Anlass keine Demonstration dulden wollte, wie die Genfer Regierung kritisiert.
In der Genfer Innenstadt herrscht schon seit Tagen Ausnahmezustand: Hunderte Luxusgeschäfte und Banken, aber auch Hotels und Supermärkte haben ihre Fassaden und Schaufenster aus Sorge vor Ausschreitungen mit Sperrholzplatten verbarrikadiert.
Dies geht auf Erinnerungen an das Jahr 2003 zurück, als Chaoten bei einer Demonstration Schaden in Millionenhöhe anrichteten.