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Wegen G7-Gipfel in Évian Neuer aussenpolitischer Ärger mit Frankreich

Der G7-Gipfel sorgt für diplomatische Spannungen zwischen der Schweiz und Frankreich – wie die hiesige Politik reagiert.

Von Montag bis Mittwoch findet in Évian der G7-Gipfel statt. Die französische Stadt nahe der Schweizer Grenze ist nur rund 40 Kilometer von Genf entfernt. Für die Schweiz hat das spürbare Folgen: verstärkte Grenzkontrollen, ein grosses Sicherheitsdispositiv und Uneinigkeit mit Frankreich darüber, wer wieviel von den anfallenden Sicherheitskosten übernehmen soll.

Wer nimmt am G7-Gipfel teil?

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Am G7-Gipfel in Évian-les-Bains (15. bis 17. Juni) nehmen die Staats- und Regierungschefs der führenden demokratischen Wirtschaftsmächte teil. Bestätigt sind:

  • Frankreich: Präsident Emmanuel Macron
  • USA: Präsident Donald Trump
  • Kanada: Premierminister Mark Carney
  • Deutschland: Bundeskanzler Friedrich Merz
  • Italien: Ministerpräsidentin Giorgia Meloni
  • Japan: Premierministerin Sanae Takaichi
  • Grossbritannien: Premierminister Keir Starmer

Die Europäische Union ist ebenfalls vertreten – durch EU-Ratspräsident António Costa und EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen.

Zusätzlich eingeladen sind die Länder Brasilien, Indien, Kenia, Südkorea und Syrien.

Aber nicht nur die Sicherheit und die damit verbundenen Kosten geben zu reden, sondern auch der Fakt, dass Frankreich den Gipfel überhaupt so nahe an der Schweizer Grenze durchführt.

Es ist für mich eine Unverschämtheit des französischen Präsidenten.
Autor: Hans-Peter Portmann FDP-Nationalrat

Dazu hat Hans-Peter Portmann eine klare Meinung. Der FDP-Nationalrat sagt in der SRF-Sendung «Politik Debatte»: «Es ist für mich eine Unverschämtheit des französischen Präsidenten. Wir wissen, er ist der Schweiz nicht gut gesinnt, es ist auch ein bisschen eine Provokation, dass man das schon wieder genau nach Genf hinlegt.»

Ereignisse von 2003 wirken bis heute nach

Portmann zielt damit auf einen wunden Punkt in der Romandie ab. 2003 fand der Gipfel schon einmal in Évian statt. Im Zuge des G8-Gipfels – Russland gehörte dem Format damals noch an – kam es in Genf und Lausanne zu gewalttätigen Ausschreitungen und Plünderungen.

Besonders in Genf wirkt diese Erfahrung bis heute nach – entsprechend sensibel reagieren Behörden, Gewerbe und Bevölkerung auf den bevorstehenden Gipfel. Denn: Auch in diesem Jahr ist eine Demonstration geplant. Erwartet werden 20'000 Demonstrierende, die Genfer Behörden bereiten sich sogar auf ein Szenario mit bis zu 50'000 Protestierenden vor.

Es ist richtig, dass wir hier nicht involviert worden sind.
Autor: Sibel Arslan Grünen-Nationalrätin

Grünen-Nationalrätin Sibel Arslan hätte sich im Vorfeld des G7-Gipfels einen besseren Austausch zwischen Frankreich und der Schweiz gewünscht. Die Schweiz sei zu wenig einbezogen worden, sagt sie – gerade wegen der Nähe zu Évian: «Es stimmt, dass wir hier nicht involviert worden sind, dass es nicht gute Gespräche im Vorfeld gegeben hat.»

Für das internationale Genf sei es wichtig, weiterhin gute Beziehungen pflegen zu können. Dass diese Grenzregion so beansprucht werde und man mit diesen Sicherheitsdispositiven tangiert sei, sei eine Tatsache, so Arslan.

Diplomatische Spannungen mit Nachbarn

Zwischen der Schweiz und Frankreich knirscht es schon länger – unter anderem, weil man sich gegen den französischen Kampfjet entschieden hatte. Mit Italien gab es kürzlich Verstimmungen – nach der Brandkatastrophe von Crans-Montana. Da wurde gar der italienische Botschafter aus Bern abgezogen. Auch mit den USA gibt es Probleme, Stichwort Zölle.

Es stellt sich also die Frage: Was bedeutet der G7-Gipfel für die Beziehungen der beiden Länder? Und muss die Schweiz aussenpolitisch anders auftreten? Arslan sagt dazu: «Ich wünsche mir schon ein bisschen mehr Selbstbewusstsein: Klare Forderungen und eine klare Kante – sei das bei Frankreich, bei Macron, mit Italien oder mit all diesen Krisen, mit denen wir konfrontiert sind.» Es sei schwierig, dass sich der Bundesrat in internationalen Gremien nicht so recht finde, so Arslan.

Wer bezahlt die Kosten für die Sicherheitsmassnahmen?

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Obwohl der G7-Gipfel in Frankreich stattfindet, fallen auch in der Schweiz Sicherheitskosten an – etwa wegen des Flughafens Genf, der Grenznähe und der Massnahmen in den Kantonen Genf, Waadt und Wallis. Dazu schreibt der Bund in einer Medienmitteilung von Anfang April:

«Der von Frankreich organisierte Gipfel wird sich auf die Sicherheit der Schweiz auswirken, weil auch Schweizer Infrastruktur, insbesondere der internationale Flughafen in Genf, genutzt wird.

Die Schweiz ist verpflichtet, die Sicherheit von Personen, die nach dem Völkerrecht und dem Schweizer Recht besonderen Schutz geniessen, zu gewährleisten. Der Bundesrat hat deshalb an seiner Sitzung vom 1. April 2026 beschlossen, den Gipfel als ausserordentliches Ereignis im Sinne des Bundesgesetzes über Massnahmen zur Wahrung der inneren Sicherheit einzustufen. Aufgrund dieser Einstufung wird sich der Bund zu 80 Prozent an den Kosten der Sicherheitsmassnahmen, die den Kantonen Genf, Waadt und Wallis durch den Gipfel entstehen, beteiligen.»

FDP-Nationalrat Portmann vermisst bei der Schweizer Aussenpolitik in verschiedensten Fragen das notwendige Rückgrat: «Die schweizerische Aussenpolitik müsste viel selbstbewusster auftreten. Wir verkaufen uns zum Teil unter unserem Wert, wir haben null Risikobereitschaft.»

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SRF 4 News, 11.06.2026, 06:45 Uhr; sche; noes

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