Die Zählung: Seit mehr als zehn Jahren führt die Naturschutzorganisation Birdlife die «Stunde der Gartenvögel» durch. Dabei sind Privatpersonen und Schulklassen dazu aufgerufen, an mehreren Tagen eine Stunde die Vögel zu zählen, die sie im eigenen Garten, vom Balkon aus oder im Park sehen – ein sogenanntes Citizen-Science-Projekt. Die Zählung ist nicht repräsentativ: Beispielsweise sind die Zählenden fast alles Laien und können Fehler machen, und auch Doppelzählungen sind möglich. Das Ziel sei aber nicht, die exakte Bestandszahl der Vogelarten zu messen, sondern Trends feststellen zu können, heisst es vonseiten von Birdlife.
Die Ergebnisse: Landesweit wurden mehr als 90’000 Vögel gemeldet. Der Spatz dominierte wie in den Vorjahren klar. Daneben wurden typische Gartenvögel wie Amsel, Kohlmeise, Buchfink, Blaumeise und Rotkehlchen gezählt, aber auch seltenere Besucher wie Buntspecht, Eichelhäher oder Stieglitz.
Gute Nachrichten: Erfreulich entwickelten sich laut Birdlife die Bestände von Amsel, Grünfink und Girlitz. Diese Arten hatten in den vergangenen Jahren unter Krankheiten gelitten und wurden dieses Mal häufiger gezählt als im Vorjahr. Auch die Mönchsgrasmücke legte leicht zu – ein in Hecken oft übersehener Vogel, der mit seinem klaren, melodischen Gesang auffällt.
Die «Vogel-Sorgenkinder»: Sorgen bereiten Birdlife die Mauersegler sowie Rauch- und Mehlschwalben: Ihre Zahlen gingen zurück. Als Ursache nennt die Organisation den Mangel an Nistnischen an Gebäuden und das geringere Insektenangebot im Siedlungsraum. Beides nimmt vielerorts ab. Dabei sind gerade diese Luftakrobaten auf beides gleichzeitig angewiesen.
Was tun, um Vögeln zu helfen? Birdlife Schweiz möchte mit der jährlichen Zählung – der «Stunde der Gartenvögel» – nicht nur die Freude an der Vogelwelt wecken, sondern auch «dazu inspirieren, dem eigenen Garten oder Balkon ein Stück Wildheit zurückzugeben», heisst es in der Medienmitteilung. Auswertungen aus früheren Jahren zeigen, dass in naturnahen Gärten mit einheimischen Sträuchern und Blumenwiesen deutlich mehr Vogelarten leben als in Gärten mit Einheitsrasen und exotischen Pflanzen. Schon kleine Anpassungen machten einen Unterschied: ein Asthaufen unter einer Hecke, eine ungemähte Wiesenecke oder ein Blumenkistchen mit einheimischen Pflanzen auf dem Balkon.