Vor vier Jahren verlor die FDP ihren Sitz in der Obwaldner Regierung an die Mitte. Nun will sie zurück in das fünfköpfige Gremium. Die SVP will den Sitz ihres abtretenden Regierungsrats Daniel Wyler verteidigen.
Die vier Bisherigen sitzen fest im Sattel, in der letzten Legislatur leisteten sie sich keine grösseren Fehler. Das Rennen um den frei werdenden Sitz dürften die FDP und die SVP unter sich ausmachen.
Offenes Rennen zwischen SVP und FDP
Die SVP hat Franziska Kathriner nominiert. Vor zwei Jahren rutschte sie nach ins Obwaldner Kantonsparlament. Gleich lang amtet sie als Gemeinderätin in Sarnen. «Ich engagiere mich seit über zwanzig Jahren für die SVP Obwalden und war in mehreren Gemeindekommissionen. Ich kenne den Politbetrieb gut», sagt sie zu ihrer Erfahrung.
Die zwei neuen Kandidierenden:
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Bild 1 von 2. Franziska Kathriner (SVP). Die Treuhandexpertin aus Sarnen ist 55 Jahre alt und arbeitet als stellvertretende Abteilungsleiterin beim Nidwaldner Steueramt. Bildquelle: Franziska Kathriner.
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Bild 2 von 2. Marius Küchler (FDP). Der Finanzanalyst ist bei der Nidwaldner Kantonalbank als Leiter Handel und Wertschriften angestellt. Er ist 34 Jahre alt und lebt in Kerns. Bildquelle: Marius Küchler.
Auch der FDP-Kandidat Marius Küchler sitzt erst seit zwei Jahren im Obwaldner Kantonsparlament. Der Finanzanalyst führt seine berufliche Erfahrung und mehrere Weiterbildungen im Bankbereich ins Feld. «Weiter habe ich verschiedene Stationen im Militär durchlaufen und zum Schluss 250 Personen geführt, auch davon profitiere ich.»
Ähnliches politisches Profil
Die politischen Schwerpunkte beider Kandidierenden liegen auf der Wirtschaft, den Finanzen und der Sicherheit. Für beide ist es wichtig, dass der Kanton Obwalden sich als attraktiver Standort für Unternehmen positionieren kann.
Um die angeschlagenen Kantonsfinanzen ins Lot zu bringen, braucht es aus ihrer Sicht Verbesserungen auf der Ausgabenseite oder Mehreinnahmen. Eine Abkehr von der Tiefsteuerstrategie des Kantons halten Franziska Kathriner und Marius Küchler für falsch.
Mitte mit zwei Sitzen
Die Mitte ist seit 2022 mit zwei Personen in der Regierung vertreten: Christoph Amstad und Cornelia Kaufmann. Als Vorsteher des Sicherheits- und Sozialdepartements und als Finanzdirektorin gelang den beiden in der letzten Legislatur ein Erfolg: Das defizitäre Kantonsspital Obwalden wurde zu einem Verbund mit den Spitälern in Luzern und Nidwalden zusammengeschlossen.
Sie kandidieren erneut:
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Bild 1 von 2. Christoph Amstad (Mitte). Der 52-Jährige ist seit zehn Jahren Regierungsrat im Kanton Obwalden. Er ist Vorsteher des Sozial- und Sicherheitsdepartements. Bildquelle: Christoph Amstad .
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Bild 2 von 2. Cornelia Kaufmann (Mitte). Die Obwaldner Finanzdirektorin ist seit vier Jahren im Regierungsrat. Sie ist 47 Jahre alt. Bildquelle: Cornelia Kaufmann .
Mehr Mühe bereiten beiden die Kantonsfinanzen. Bei der Polizei und den Gerichten fehlt es an Personal. «Ein paar Stellen konnten wir aber schaffen», versichert Christoph Amstad.
Cornelia Kaufmann musste sich mit dem strukturellen Defizit des Kantons auseinandersetzen. «Wir prüfen unter anderem, wie wir enger mit den Gemeinden zusammenarbeiten können», beschreibt sie einen Lösungsansatz.
Vertreter von Kleinpartei und Parteiloser
Symbolisch für den Erfolg des parteilosen Josef Hess, der ebenfalls nochmals antritt, steht der Durchschlag beim Hochwasserstollen. Das Bauwerk soll den Kanton künftig vor Überschwemmungen schützen. Was dem Baudirektor trotz Ansage vor vier Jahren nicht gelang: die Eröffnung einer längeren Veloverbindung in Obwalden. «Unter anderem haben wir unterschätzt, wie kompliziert die nötigen Landkäufe sind», sagt er dazu.
Sie kandidieren erneut:
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Bild 1 von 2. Josef Hess (parteilos). Der 65-Jährige ist seit neun Jahren Vorsteher des Departements für Bau und Raumentwicklung. Bildquelle: Josef Hess.
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Bild 2 von 2. Christian Schäli (CSP). Der Kultur- und Bildungsdirektor ist seit acht Jahren in der Regierung und 51 Jahre alt. Bildquelle: Christian Schäli.
Christian Schäli, der Bisherige der CSP, ist besonders stolz auf das neue Bildungsgesetz. Unter anderem bringt es eine weitere Entlastungslektion für Lehrpersonen. Einen Dämpfer hingegen gab es beim Denkmalschutz, wo das Parlament weniger Gebäude schützen will. «Gerade in meinem Bildungs- und Kulturdepartement gibt es Themen, die stark bewegen. Wir schlagen nun eine reduzierte Variante vor», analysiert er.
Die Wahlen im Kanton Obwalden finden am 8. März 2026 statt – dann entscheidet sich, wie die Regierung die nächsten vier Jahre aufgestellt sein wird.