Kurz nachdem das höchste amerikanische Gericht letzte Woche einen Grossteil der Zölle für rechtswidrig erklärt hatte, kündigte US-Präsident Donald Trump umgehend neue Zölle an. Gleichzeitig laufen die Verhandlungen zwischen den USA und der Schweiz über ein bilaterales Zollabkommen. Eine schwierige Ausgangslage. Eine Delegation von Schweizer Parlamentariern ist zu Gesprächen in die USA gereist. Unter der Leitung von FDP-Ständerat Damian Müller strebt sie dort Planbarkeit und Stabilität in den Handelsbeziehungen an.
SRF News: Was ist Ihre wichtigste Erkenntnis aus dem heutigen Tag?
Damian Müller: Dass innerhalb von Amerika die Situation nicht einfach ist. Wir müssen weiterhin auf unsere Position pochen. Wir müssen ihnen erklären, dass die Schweiz weiterhin hohe Qualitätsarbeit leistet, dass wir 400’000 Arbeitsplätze in den USA kreiert und über 350 Milliarden Umsatz generiert haben. Die Gespräche haben auch gezeigt, dass es mehr Kommunikation braucht und jetzt vor allem Verhandlungsstärke.
Die ganze Welt sucht nach Klarheit. Haben Sie bestimmte Gewissheiten bezüglich der Zollsituation erhalten?
Ja, dass das Verhandlungsmandat einerseits Bestand hält und anderseits die Verhandlungsgruppe der Schweiz wie auch diejenige der USA sehr intensiv an der Arbeit ist. Bis Ende März soll das Resultat vorliegen. Aber die innenpolitische Volatilität in Amerika hat uns weiterhin einiges Stirnrunzeln bereitet.
Es muss jetzt auch sehr viel am Vertrauen gearbeitet werden.
Im Moment herrscht sehr viel Unklarheit. Was bedeutete dies für das weitere Vorgehen?
Das bedeutet natürlich weiterhin Unsicherheit – auch auf dem parlamentarischen Weg. Wichtig ist, dass die Verhandlungsdelegationen bis Ende März ein Resultat erzielen können. Dann kommt aber der politische Prozess in der Schweiz, in dem das Resultat ins Parlament kommt und mit einem Referendum auch vor das Volk kommen wird.
Doch ohne ein Fundament des Vertrauens wird ein Vertragswerk zwischen der Schweiz und der USA schwierig umsetzbar sein und keine Mehrheit in der Bevölkerung finden. Deshalb muss jetzt auch sehr viel am Vertrauen gearbeitet werden.
Es geht jetzt darum, einen Deal auszuarbeiten, der Bestand hat und vor allem wieder Vertrauen gibt.
Ich nehme an, das war auch ihre Hauptbotschaft an all Ihre Gesprächspartner in den USA. Glauben Sie, dass diese gehört wurde?
Ja, deshalb sind wir auch hierhergekommen, um unsere Botschaften unmissverständlich zu deklarieren. Aus unserer Sicht hat dies gut funktioniert. Man kann schon sagen, dass unsere Botschaft gehört wurde. Ob die Botschaft schlussendlich bis zum Präsidenten gelangt, wenn er sich entscheidet, ist noch unklar. Nichtsdestotrotz geht es jetzt darum, einen Deal auszuarbeiten, der Bestand hat und vor allem wieder Vertrauen gibt.
Das Gespräch führte Pascal Weber.