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Folge des Iran-Kriegs Für asiatische Airlines wird Kerosin fast unerschwinglich

Angesichts des möglicherweise eskalierenden Kriegs im Iran verschärft sich die weltweite Energiekrise: Wegen des knappen und teuren Kerosins streichen immer mehr Airlines Flüge, vor allem in Asien. Die Zusammenhänge kennt Manuel Rentsch von der SRF-Wirtschaftsredaktion.

Manuel Rentsch

Wirtschaftsredaktor

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Manuel Rentsch ist Wirtschaftsredaktor bei Radio SRF. Zu hören ist er oft in der Sendung SRF 3 Wirtschaft.

Wie viele Flüge sind derzeit betroffen?

Es sind wohl mehrere Hundert oder sogar Tausend Flüge, vor allem in Asien, betroffen – genaue Zahlen gibt es nicht. Trotzdem veranschaulicht die Massenstreichung von Flügen das Ausmass der Energiekrise beim Flugbenzin. Dessen Preis hat sich seit Ende Februar mehr als verdoppelt.

Wo werden am meisten Flüge gestrichen?

Stark betroffen ist etwa Myanmar, wo viele Inlandflüge abgesagt wurden. Auch Vietnam Airlines hat ein Viertel der Inlandflüge gestrichen. In Malaysia hat eine Fluggesellschaft sogar ein Drittel ihres Angebots reduziert. Interessant ist die Strategie einiger grosser Fluggesellschaften aus Indien oder Pakistan: Sie sind dazu angehalten, die Tanks ihrer Maschinen im Ausland zu füllen. Das aber führt zu einer Verschwendung des raren Treibstoffs, weil die Maschinen deshalb schwerer unterwegs sind und mehr Kerosin verbrauchen.

Wie ist die Situation in Europa?

Im europäischen Flugverkehr wird das Angebot vorerst noch weniger stark reduziert. Sollten die Engpässe beim Kerosin aber länger andauern, könnten Flugstreichungen auch hier zum Thema werden. Und manche Airlines werden ihre Preise für Flugtickets auch im europäischen Raum vermehrt via Treibstoffzuschläge erhöhen.

Warum preschen die Airlines in Asien derart vor?

Die Kerosin-Engpässe sind dort viel krasser als in Europa. Einerseits ist Asien stärker abhängig von Öl aus dem Nahen Osten. Dieses fehlt jetzt in den lokalen Raffinerien. Andererseits können asiatische Airlines die höheren Kerosinpreise nur in geringem Mass auf die Flugticketpreise umlegen. Die Menschen dort können sich schlicht keine teureren Flüge leisten.

Wie sieht die aktuelle Situation punkto Ölpreis aus?

Am Dienstagmorgen war Öl in den USA mit 115 Dollar pro Fass interessanterweise teurer als in Europa (111 Dollar). Normalerweise ist das Öl im US-Handel billiger als in Europa. Diese Änderung hat damit zu tun, dass sich asiatische Händler nun vor allem in den USA mit Öl eindecken. Und das führt dort zu einem Preisanstieg. In der Schweiz wiederum ist der Preisanstieg vor allem beim Heizöl auffallend stark. So ist er zum ersten Mal seit fast vier Jahren über die Schwelle von 160 Franken pro 100 Liter gestiegen. Der Heizölpreis variiert von Anbieter zu Anbieter und ist auch von der Menge und vom Ort abhängig.

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SRF 4 News aktuell, 7.4.2026, ; 

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