- Wie nach einer ausserordentlichen Wertberichtigung im Januar erwartet wurde, hat die Bernische Kraftwerke AG (BKW) im vergangenen Jahr massiv weniger verdient.
- Unter dem Strich blieb beim Berner Energiekonzern 2025 lediglich noch ein Reingewinn von 388 Millionen Franken (-40 Prozent).
- Die Aktionäre erhalten dennoch eine um 10 Rappen höhere Dividende in der Höhe von 3.80 Franken je Aktie.
Bereits im Januar hatte Finanzchef Martin Zwyssig betont, dass die Dividende unberührt von der Wertberichtigung sei. Üblicherweise strebt die BKW eine Ausschüttungsquote von 40 bis 50 Prozent des Gewinns an, und eine Reduktion der Dividende ist in der Tendenz nicht vorgesehen.
Weniger Strom aus Wind und Wasser
Der Gesamtumsatz nahm im Berichtsjahr im Vergleich zum Vorjahr um 4.8 Prozent auf 4.5 Milliarden Franken ab, wie es am Mittwoch weiter heisst. Gleichzeitig fiel der operative Gewinn (EBIT) um 29 Prozent auf 561 Millionen.
Im Januar hatte die BKW einen EBIT in der Grössenordnung von 540 bis 560 Millionen Franken in Aussicht gestellt – nach einer Wertberichtigung auf die Beteiligung am Kohlekraftwerk Wilhelmshaven in Deutschland, die wie nun bekannt bei 114 Millionen Franken lag. Das operative Ergebnis ohne diese Wertkorrektur belief sich auf 675 Millionen (-14.6 Prozent).
Im Geschäftsfeld «Energy Solutions» drückte eine wetterbedingt tiefere Stromproduktion aus Wasser- und Windkraft auf das Ergebnis. Zudem lag das Handelsergebnis wie vom Unternehmen erwartet unter dem Vorjahr. Grund ist eine weitere Normalisierung der Energiemärkte, die unter anderem eine sinkende Volatilität bei den Terminmarktpreisen zur Folge hatte. Am kurzfristigen Spotmarkt sei die Volatilität dagegen hoch geblieben, zudem habe die Nachfrage nach flexiblen und kundenspezifischen Energielösungen weiter zugenommen, so die BKW.
Dienstleistungen mit 2 Milliarden Umsatz
Im Bereich «Infrastructure & Buildings» konnte die Gesellschaft indes die Rentabilität weiter steigern. Der EBIT nahm um 41 Prozent auf 80 Millionen Franken zu, bei einem stabilen Umsatz von 2 Milliarden. Die BKW habe als grösste Anbieterin von Architektur- und Ingenieurleistungen in der Schweiz, Deutschland und Österreich weitere Grossvorhaben gewonnen: unter anderem in Deutschland das Stadion-Konzept der Region Rhein-Ruhr für die Olympia-Bewerbung und der erste Preis beim kooperativen Werkstattverfahren zum Seidensticker-Areal in Bielefeld.
Die Berner hatten in den vergangenen Jahren stark zugekauft – vor allem im Bereich Energiedienstleistungen. Insgesamt besteht die Gruppe mittlerweile aus über 12'000 Mitarbeitenden in 140 Unternehmen in der Schweiz und ganz Europa.
Für das laufende Jahr 2026 rechnet das Unternehmen weiterhin mit einem EBIT zwischen 650 und 750 Millionen Franken. So wirkten sich die höheren abgesicherten Strompreise positiv auf die Erträge aus.