Während Donald Trump mit einer Wirtschaftsdelegation in China weilte, veröffentlichte die Ethikkommission der US-Regierung zu Hause in Washington D.C. die Aktienhandelsgeschäfte des Präsidenten. Die Aufstellungen über die ersten drei Monate 2026 zeigen zwei Dinge:
Zum einen kaufte und verkaufte Donald Trump Aktien – und nicht mehr Obligationen wie noch 2025. Und: Er investierte Millionen auch in Firmen, mit denen seine Regierung direkt zu tun hat. Sei es, weil man mit den Firmen im Gespräch ist wegen Regulierungen oder weil sie Milliardenaufträge der US-Regierung erhalten haben. Oft ist dabei eine zeitliche Nähe vorhanden, zwischen den Trump'schen Aktienkäufen und ‑verkäufen und der Regulierung oder Auftragsvergabe.
Beispiele mit klingenden Namen
Die Offenlegung – die gesetzlich vorgeschrieben ist – zeigt, dass Trump beispielsweise Aktien vom Chiphersteller Nvidia kaufte. Sowohl Anfang Januar, nur eine Woche bevor seine Regierung Nvidia wieder Chipverkäufe nach China erlaubt hat, als auch kurz nach der Erlaubnis aus Washington. Insgesamt investierte Trump bis zu fünf Millionen Dollar in Nvidia. Ein Konzern, mit dem die US-Regierung auch selbst eng zusammenarbeitet.
Andere Beispiele sind der Chiphersteller AMD, Palantir oder Axon. Auch im Fall von AMD kaufte Trump Aktien, kurz bevor seine Regierung dem Konzern wieder erlaubt hat, Chips nach China zu verschiffen. Aktien von Palantir, einer Firma, die unter anderem Software für Polizei und Militär baut, legte sich Trump im ersten Quartal 2026 ebenfalls ins Portefeuille. Dies, obwohl Palantir im Februar einen milliardenschweren Regierungsauftrag des Department of Homeland Security erhielt, bei dem es um Software für Deportationen geht. Bei Axon handelt es sich um eine Firma, die der Zoll- und Immigrationsbehörde für 220 Millionen Dollar Taser verkauft. Auch mit Axon-Aktien deckte sich Trump ein, bevor der Auftrag bekannt wurde.
Trump sieht keine Interessenskonflikte
Die Liste lässt sich beliebig verlängern. Der US-Präsident handelte in den ersten drei Monaten des Jahres auch mit Titeln von Microsoft, Boeing, Amazon und Alphabet, der Google-Mutter. Sie alle sind Geschäftspartner der US-Regierung. Auch bei Apple kaufte sich Trump dieses Jahr kräftig ein: Bis zu sieben Millionen Dollar sind es laut der offengelegten Daten. Der Apple-Chef war – wie andere CEOs auch, mit deren Firmenaktien Trump gehandelt hat – in Peking mit dabei.
Beobachter sind entrüstet, dass ein US-Präsident in dieser Handelstätigkeit keine Interessenskonflikte erkennt. Anders sieht es Donald Trump: Die Käufe und Verkäufe tätige er nicht selbst, sagt ein Regierungssprecher. Sondern es würden Dritte in Trumps Namen handeln – beauftragte Finanzinstitute, die völlig unabhängig handeln und sich an alle Vorschriften halten würden.
Das sieht offenbar auch die Börsenaufsicht SEC so, die zuständig wäre. Seine eigenen Aktienkäufe und -verkäufe hindern Donald Trump allerdings nicht daran, ein Gesetz zu fordern, das es Kongressmitgliedern verbietet, von ihrem Insiderwissen zu profitieren.