Alpiq investiert in Deutschland, Frankreich und in Finnland bereits im grossen Stil in riesige Batterien. «Die Batterie nimmt Strom aus dem Netz auf, wenn zu viel Strom reinkommt durch Sonne und Wind und gibt Strom ab, wenn er im Netz gebraucht wird», erklärt Alpiq-Chefin Antje Kanngiesser.
Eine solche Batterie ist in der Regel so gross wie ein Container. Je nach Grösse der Anlage werden mehrere solcher Batterien zusammengeschlossen, zu einem Batteriespeichersystem. Und genau solche Anlagen hat die Alpiq in Frankreich und Finnland schon in Betrieb, weitere Anlagen bestehen erst auf Papier.
All diese Batterieprojekte zusammen haben aktuell eine Leistung von gut 700 Megawatt. Das reicht theoretisch, um rund 600'000 Haushalte während zweier Stunden mit Strom zu versorgen.
Schweiz flexibler dank Wasserkraft
Auffällig dabei ist, dass all diese Batterieprojekte im Ausland geplant sind. Wieso dort – und nicht in der Schweiz? Dies hänge immer auch mit dem Bedarf zusammen, so Kanngiesser und verweist auf die grosse Flexibilität der Schweiz im Strommarkt dank der Wasserkraft.
Diese Flexibilität fehle in vielen Ländern. So etwa in Spanien, die enorm viel Sonne und Wind zur Verfügung hätten, so Kanngiesser. Welche Grösse und welche Technologie wo Sinn machten, sei immer eine Frage der Geografie.
Anders beurteilt die BKW das Potenzial für Batteriespeichersysteme in der Schweiz. Der Berner Stromkonzern investiert zwar auch im Ausland in Batterien, plant aber gleichzeitig auch im Raum Bern drei bis vier solcher Systeme.
Häufig scheitert es in der Schweiz ja nicht am Unternehmen, sondern am Umfeld.
Angesprochen auf diese unterschiedliche Einschätzung stellt die Alpiq-Chefin fest: «Ich würde gerne mehr sagen, aber ich kann im Moment über unsere Projekte in der Schweiz nicht sprechen.» Sie lässt auch offen, ob in der Schweiz noch Projekte aufgegleist werden und bemerkt: «Häufig scheitert es in der Schweiz ja nicht am Unternehmen, sondern am Umfeld.»
Oder anders formuliert: Im Ausland lassen sich solche Batterieprojekte einfacher realisieren als in der Schweiz. Folglich investiert Alpiq dort auch viel Geld bei den jeweiligen Projekten. Wie Alpiq am Donnerstag bekanntgab, sollen für solche Batterie-Speichersysteme jährlich mehrere hundert Millionen Franken ausgegeben werden.
A propos Beschleunigung
Damit zeigt sich wieder dasselbe Muster wie schon in den vergangenen Jahren: Die Stromkonzerne erneuern in der Schweiz bestehende Kraftwerke, aber neue Anlagen – etwa Solaranlagen oder Windparks – kaufen oder bauen sie im Ausland.
Und dies, obschon das Parlament die politischen Rahmenbedingungen jüngst so gestaltet hat, dass solche Projekte leichter realisiert werden können. Dazu meint die Alpiq-Chefin: «Am Schluss hat man viele Beschleunigungsmassnahmen geschaffen. Ob sie dann tatsächlich im Vergleich auch beschleunigen, wissen wir im Moment nicht. Es geht sehr langsam voran.»
Kanngiesser betont zugleich, dass die bereits bestehenden Projekte in der Schweiz im Bereich der Wasserkraft oder der grossen Solaranlagen in den Alpen weiterverfolgt würden.