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Umgang mit KI Liest eine KI tatsächlich bald unsere Whatsapp-Chats?

Liest eine KI tatsächlich bald alle unsere Whatsapp-Chats? Diese Frage haben sich viele Nutzerinnen und Nutzer in den letzten Tagen gestellt. Auslöser dafür war ein Kettenbrief, der genau davor warnt. Eine vertrauenswürdige Quelle dafür gibt es allerdings nicht und ähnliche Kettenbriefe sind schon in der Vergangenheit zirkuliert. Guido Berger, Leiter der Digital-Redaktion von SRF, sagt, was es damit auf sich hat.

Guido Berger

Leiter SRF Digital-Redaktion

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Guido Berger leitet die SRF Digital-Redaktion und erklärt seit 2006 digitale Technologie und Games.

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Liest KI bald unsere Whatsapp-Chats?

Nein, an dieser konkreten Warnung ist nichts dran. Aber es ist wie immer bei solchen Kettenbriefen: Man hat das Gefühl, man habe schon mal so etwas gehört. Und es spricht auch die Sorge an, dass die KI die eigenen Daten absaugt. 

Wie viel Zugriff hat die KI tatsächlich bei Whatsapp auf unsere Daten?

Bei Whatsapp ist es so, dass es die Meta AI (Anmerkung der Red.: Gemeint ist das violettfarbene Blümchen-Icon auf Whatsapp) gibt, die unten rechts schwebt und mit der man sprechen kann. Wenn man mit dieser KI spricht, dann muss man davon ausgehen, dass die Daten irgendwo beim Meta-Konzern zum Training genau dieser KI verwendet werden, und sie dann nicht mehr streng vertraulich sind. Das heisst umgekehrt aber nicht, dass Meta AI auch auf alle anderen Whatsapp-Chats Zugriff hat. Die Chats sind nach wie vor nur für die Person bestimmt, mit der man effektiv chattet. Allerdings: Wenn man in einem Chat Meta AI dazunimmt, als wäre es eine Person, dann kann sie ab dann mitlesen. Das betrifft sowohl Eins-zu-eins-Chats als auch Gruppenchats, einen Familienchat zum Beispiel. 

Welche Ziele verfolgt Meta dabei?

Diese KI ermöglicht so eine niederschwellige Kommunikation mit einer Maschine. Man kann ihr Fragen stellen. Die Idee des Meta-Konzerns ist natürlich, dass man dies innerhalb der App macht und nicht aus der App herausgeht. Es geht einerseits darum, die Nutzer und Nutzerinnen in der App zu halten. Längerfristig sind Chatbots gut darin geworden, so etwas wie ein virtueller, immer wohlwollender Kumpel zu sein. Es geht also andererseits nicht nur darum, in der App zu bleiben, sondern mehr Zeit in der App zu verbringen. Vielleicht hat man mit den echten Freundinnen und Freunden nicht genug gechattet und kann die Zeit mit der KI überbrücken, bis die echten Freunde wieder antworten.

Gibt es überhaupt Bedarf, innerhalb von Whatsapp KI zu nutzen? 

Das wissen wir nicht. Da gibt der Meta-Konzern keine Zahlen heraus. Ich gehe aber davon aus, dass die KI – wenn sie niemand nutzen würde – schnell wieder verschwinden würde. 

Wie begründet die EU ihre Forderung an Meta, bei Whatsapp auch andere Chatbots zuzulassen?

Das hat mit dem Digital Markets Act zu tun. Das ist die EU-Regulierung für diese grossen digitalen Plattformen. Damit ist geregelt, wie diese sich im Markt verhalten sollen, dürfen, müssen. Whatsapp wird von der EU als eine ganz grosse Kommunikationsplattform angesehen, als eine, die so gross ist, dass sie eine Marktmacht hat, die eigentlich zu gross ist. Deshalb muss sie sich auf eine bestimmte Art und Weise verhalten. Die EU möchte nicht, dass man dem eigenen Produkt gegenüber den Produkten der Konkurrenz Vorrang gibt.

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SRF 4 News, 12.06.2026, 08:24 ; 

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