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Deutliches Nein Keine Bürgerpflicht für alle: Deutliches Nein überrascht alle

  • Noémi Roten, Initiantin der Service-citoyen-Initiative, zeigte sich in einer ersten Reaktion über das deutliche Nein enttäuscht.
  • Auch Gegner der Initiative waren vom hohen Nein-Stimmen-Anteil überrascht – sind aber erleichtert über das Resultat.
  • Das Nein-Komitee fordert nun Massnahmen zur Stärkung der Armee.

Noémi Roten gibt zu, dass das Abstimmungsresultat «heftig» ausgefallen sei. Aber: «Es zeigt auch, wie schwierig es für ein kleines Komitee aus der Zivilgesellschaft ist, gegen das gesamte politische Establishment anzutreten.»

Die Enttäuschung sei gross, aber: «Ich bin auch stolz auf das, was wir geleistet haben. Wir haben eine Debatte ins Zentrum der Öffentlichkeit gebracht, die für unsere Zukunft wichtig ist.»

«Verpasste Chance» – «hohe Kosten für nichts»

«Es ist eine verpasste Chance», sagt ein ebenfalls enttäuschter Nationalrat Beat Flach (GLP/AG). Dass durch diese Initiative die Sicherheit gefährdet gewesen wäre, das stimme so nicht. «Mit doppelt so viel Personal hat die Armee doppelt so viele Möglichkeiten, Talente auszuwählen.» Es sei schade, dass die Angst vor dem Neuen Überhand genommen habe.

Ständerätin Andrea Gmür (Mitte/LU) vom Nein-Komitee widerspricht dem: «Es war nicht die Angst vor dem Neuen. Es wären hohe Kosten für nichts gewesen.»

Überraschung bei Gegnern über deutliches Resultat

Werner Salzmann (SVP/BE) vom Nein-Komitee zeigte sich erleichtert über das Resultat. In dieser Klarheit hätte er das jedoch nicht erwartet, sagte er gegenüber SRF.

Er sieht für das Scheitern der Initiative zwei Hauptgründe. Einerseits helfe der in der Initiative vorgesehene Bürgerdienst der Armee nicht. Die Vorlage hätte laut Salzmann «zementiert», dass die Armee keine Priorität habe. Andererseits habe die Gleichberechtigungsfrage auch die Linken mobilisiert. Man sehe, dass die Zeit noch nicht reif sei für ein solches Anliegen, so Salzmann.

Diskussion über die Dienstpflicht von Frauen

SVP-Mann Werner Salzmann betonte indes auch, Frauen sollten freiwillig in die Armee kommen und nicht dazu verpflichtet werden. Tamara Funiciello, Co-Präsidentin der SP-Frauen Schweiz, argumentiert in die gleiche Richtung: «Gleichstellung wird nicht erreicht, indem man Frauen ins Militär schickt.»

Nationalratskollegin Andrea Zryd (SP/BE) sprach diesbezüglich über die Initiative als eine «Mogelpackung». Zuerst müsse Wertschätzung dafür erbracht werden, was Frauen bereits leisteten, bevor diese weiter in die Pflicht genommen würden.

Was bedeutet das Nein für Armee und Zivilschutz?

Nach dem deutlichen Nein zur Service-citoyen-Initiative fordert das Nein-Komitee Massnahmen zur Stärkung der Armee. Es liege nun am Bundesrat, eine langfristig wirksame Lösung für die personelle Sicherstellung von Armee und Zivilschutz zu erarbeiten.

«Wir erwarten nun den Vorschlag des Bundesrates für die Umsetzung der Sicherheitsdienstpflicht», so Nationalrat Reto Nause (Mitte/BE), Präsident des Vereins Allianz Sicherheit Schweiz. Die Ablehnung zeige, dass ein beliebiger Dienst auf Kosten der Steuerzahlerinnen und Steuerzahler nicht erwünscht sei. Die Sicherheit würde damit in Mitleidenschaft gezogen, hielt das Komitee fest.

Anders interpretiert die Gruppe Schweiz ohne Armee (Gsoa) das Nein zur Initiative: Es sei ein Denkzettel für das Verteidigungsdepartement. Die Stimmbevölkerung habe klar signalisiert, dass sie keine Ausweitung der Dienstpflicht und keinen weiteren Schritt hin zu einer militarisierten Gesellschaft wünsche.

Abstimmungsdossier

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Legende: SRF

News und Hintergründe zu den eidgenössischen, kantonalen und kommunalen Abstimmungen vom 30. November 2025.

SRF 4 News, 30.11.2025, 12 Uhr ; 

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