Mindestlohn-Initiative
Kanton Freiburg: Volksinitiative «Für einen Mindestlohn»
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JA
40'865 Stimmen
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NEIN
47'085 Stimmen
23 Franken pro Stunde für alle Beschäftigten über 18 Jahre – dieses Begehren ist vom Tisch. Mit 53.5 Prozent Nein- zu 46.5 Prozent Ja-Stimmen hat die Freiburger Stimmbevölkerung die Mindestlohn-Initiative abgelehnt.
Die Volksinitiative von linken Parteien und Gewerkschaften wollte mit einem Mindestlohn allen arbeitenden Menschen ein würdiges Leben ermöglichen und ein Abrutschen in die Armut verhindern.
Auch Regierung und Parlament sagten Nein
Doch: Die Mehrheit der Freiburger Stimmbevölkerung hat anders entschieden. Sie will keinen Mindestlohn. Damit folgt sie der Empfehlung der bürgerlichen Parteien, der Regierung und des Parlaments, welche die Initiative im Vorfeld zur Ablehnung empfahlen.
Staatsrat Olivier Curty überrascht das knappe Abstimmungsresultat nicht: «Wir gingen davon aus, dass es knapp wird.» Die Freiburger Regierung taxierte die Initiative als riskant, da sie darauf abziele, Niedriglöhne extensiv zu regulieren. Ein gesetzlicher Mindestlohn auf kantonaler Ebene könne das reibungslose Funktionieren des Arbeitsmarktes und der Wirtschaft beeinträchtigen und die Eingliederung von benachteiligten Personen in den Arbeitsmarkt behindern.
Tiefe Löhne in Wäschereien, Coiffeursalons und Gastgewerbe
Laut der schweizerischen Lohnstrukturerhebung arbeiteten im Kanton Freiburg 2022 rund 6500 Personen mit einem tieferen Lohn als die vorgeschlagenen 23 Franken pro Stunde.
Die am häufigsten betroffenen Branchen sind Dienstleistungsbetriebe wie Wäschereien und chemische Reinigungen, Coiffeur- und Kosmetiksalons, das Gastgewerbe sowie die Bereiche Kunst, Unterhaltung und Erholung.