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Dutzende Tote im Wallis Feuerdrama in Crans-Montana: Das sind die neusten Erkenntnisse

Nach der Brandkatastrophe in Crans-Montana sind noch viele Fragen offen – eine erste Zwischenbilanz.

Wahrscheinliche Brandursache: Der Staatsanwaltschaft zufolge deutet alles darauf hin, dass das Feuer von Bengalkerzen ausging, die auf Champagnerflaschen angebracht waren und zu nahe an die Decke kamen. So habe sich das Feuer sehr schnell zu einem Brand entwickelt, sagte Generalstaatsanwältin Béatrice Pilloud vor den Medien in Sitten. Vor Ort habe man Spuren gesichert. Zudem hätten die Ermittler Videoaufnahmen erhalten und analysiert und mehrere Personen befragt – darunter die beiden französischen Barbetreiber.

Menschen in einem Club feiern mit Wunderkerzen und Sektflaschen.
Legende: Augenblicke vor der Katastrophe fängt die Decke Feuer. Das Faktencheck-Team von SRF hat dieses Foto als glaubwürdig eingestuft. Screenshot/X

Fortschritt der Ermittlungen: Laut Pilloud wird nun ermittelt, wie viele Personen tatsächlich in der Bar anwesend waren und wie viele es der Genehmigung zufolge hätten sein dürfen. Auch die Einrichtung des Lokals, die Evakuierungswege, Betriebsgenehmigungen, Sicherheitsvorkehrungen und der allgemeine Zugang würden untersucht. Es gebe die Möglichkeit einer strafrechtlichen Verfolgung, sagte die Generalstaatsanwältin weiter. Wenn es um die Verantwortung von noch lebenden Personen gehe, könnte eine strafrechtliche Untersuchung wegen fahrlässiger Brandstiftung, fahrlässiger Tötung und fahrlässiger Körperverletzung eingeleitet werden.

Das ist passiert

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Bei einem Brand in der Bar «Le Constellation» im Walliser Ski-Ort Crans-Montana sind in der Silvesternacht rund 40 Menschen ums Leben gekommen. Über hundert Personen wurden grösstenteils schwer verletzt. Gegen 01:30 Uhr habe eine Person den Brand gemeldet. Laut Polizei sind zwei Minuten später erste Einsatzkräfte vor Ort gewesen.

Die Walliser Behörden sprechen von einem plötzlichen Brand, einem sogenannten Flashover. Dieses sich plötzlich ausbreitende Feuer habe eine oder mehrere Explosionen ausgelöst. Unter einem Flashover wird der schlagartige Übergang von einem lokal begrenzten Feuer zu einem Vollbrand verstanden.

Informationen zu Verletzten: Von den 119 Verletzten waren am Freitagnachmittag 113 identifiziert, wie der Walliser Polizeikommandant Frédéric Gisler bekanntgab. 71 von ihnen stammen aus der Schweiz, 14 aus Frankreich, 11 aus Italien, 4 aus Serbien. Aus Bosnien, Polen, Belgien, Luxemburg und Portugal stammt je eine verletzte Person. In den übrigen Fällen ist die Nationalität noch nicht bekannt. Die Behörden gehen laut Gisler weiterhin von 40 Todesopfern aus. Rund 60 Patientinnen und Patienten befinden sich in Walliser Spitälern, 60 weitere in anderen Schweizer Spitälern, darunter in den beiden Spezialkliniken für Brandverletzungen in Zürich und Lausanne. Rund 50 Patientinnen und Patienten mit schweren Verbrennungen sollen in den nächsten Tagen aus der Schweiz ausgeflogen und zur Behandlung in Nachbarländer gebracht werden.

Gedenkfeier am 9. Januar

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Zu Ehren der Verstorbenen und Verletzten wird am 9. Januar eine Feier in Crans-Montana stattfinden. Zudem wird der Bund ab Samstag auf seiner Webseite www.admin.ch ein Kondolenzbuch online schalten, damit alle, die dies wünschen, den Betroffenen ihre Anteilnahme bekunden können.

Identifizierung der Opfer: Die Identifikation der Verstorbenen laufe weiter auf Hochtouren, sagte Gisler. Ziel sei es, möglichst schnell Klarheit zu schaffen. Zu diesem Zweck stehe eine 30-köpfige Spezialeinheit zur Identifizierung von Katastrophenopfern im Einsatz, ein sogenanntes DVI-Team (Disaster Victim Identification), ergänzte Kripo-Chef Pierre-Antoine Lengen. Diese Einheit sei nach der Tsunami-Katastrophe 2004 in Asien aufgebaut worden und arbeite nach internationalen Standards. Bei der Opferidentifizierung dürften sich die Behörden keine Fehler erlauben, betonte Lengen. Im Übrigen könne die Walliser Polizei auf die Unterstützung aus anderen Kantonen, der Bundesbehörden sowie weitere Partner im In- und Ausland zählen.

Drei Personen bei einer Podiumsdiskussion mit Mikrofonen und Wasserflaschen.
Legende: Eric Bonvin, Generaldirektor der Walliser Spitäler, Mathias Reynard, Walliser Staatsratspräsident und Generalstaatsanwältin des Kantons Wallis, Beatrice Pilloud (von l. nach r.) sind drei der sieben Teilnehmenden an der Medienkonferenz. REUTERS/Lisa Leutner

Lage in den Walliser Spitälern: Laut Eric Bonvin, Generaldirektor des kantonalen Spitalverbunds Spital Wallis, hat die Erstversorgung der Verletzten gut funktioniert. Wegen der Feiertage mit vielen Feriengästen sei das Personal ohnehin aufgestockt worden. «Wir waren also in der Silvesternacht gut aufgestellt.» Nun stünden die Familien in Kontakt mit ihren verletzten Angehörigen. Das sei ein heikler Moment. Bonvin appellierte zudem an die Medienschaffenden, die Privatsphäre der Menschen einzuhalten. Einige Journalisten hätten versucht, ins Spital zu gelangen.

Kontakt für Angehörige

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Für Angehörige ist eine psychologische Betreuungsstelle eingerichtet und eine Hotline aufgeschaltet worden: 0848 112 117. Die Behörden rufen die Bevölkerung zu Zurückhaltung und Respekt gegenüber den Familien der Opfer auf.

SRF 1, 2.1.2026, 15 Uhr ; 

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