Für Albert Rösti ist es ein Etappensieg: Der Ständerat will den Weg freimachen für den Bau neuer Atomkraftwerke. Dass er ein Fan der Atomenergie sei, weist der Energieminister im «Rundschau Talk» aber dezidiert zurück.
Ihm gehe es um die Stromsicherheit. «Mir ist egal, wenn wir nie ein neues AKW bauen, weil wir genug Strom aus Wasser, Sonne, Wind und Biogas haben.»
15 Jahre ist der Reaktorunfall in Fukushima her – die Aufräumarbeiten dürften noch Jahrzehnte dauern. Das Szenario eines Atomunfalls schreckt Rösti aber nicht. Das Risiko habe sich mit dem technologischen Fortschritt stark verringert.
«Wir gehen davon aus, dass es in fünf bis sechs Jahren die kleinen, sehr sicheren ‹Small Modular Reactors› gibt.» Solche SMR sind kleinere Atomkraftwerke, deren Bau weniger komplex und erheblich günstiger sein soll.
Strom und Gas könnten wegen Iran-Krieg knapp werden
Für den Energieminister ist klar: «Das grösste Risiko ist nicht eine Nuklearkatastrophe, sondern dass wir zu wenig Strom haben in der Schweiz.» Sorgen macht Rösti die Versorgungssicherheit auch wegen des Kriegs im Iran.
Er betont zwar: «Stand heute haben wir keine Energiekrise.» Aber die Gasspeicher bis im Herbst füllen zu können, werde eine Herausforderung. Und: «Auch beim Strom könnte es knapp werden.» Denn wenn europaweit das Gas knapp werde, würde weniger Strom aus Gas produziert – womit die Schweiz weniger importieren könnte.
Mehr noch als der wirtschaftliche Faktor bedrücke ihn aber das Leid im Kriegsgebiet, sagt Rösti: «Man sieht die grosse Technik, die Kriegsschiffe. Aber hinter jedem Anschlag sind Menschen, die sterben, und das beschäftigt mich schon.»