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Debatte um Atomkraftwerke Studie: Neue AKW lohnen sich nur mit staatlicher Unterstützung

  • Neue Atomkraftwerke in der Schweiz sind laut einer neuen Studie unter den heutigen Bedingungen nicht konkurrenzfähig.
  • Rentabel könnten sie nur mit staatlicher Förderung, Risikoabsicherung und deutlich tieferen Baukosten werden.
  • Zu diesem Schluss kommt eine am Montag veröffentlichte Studie von Forschenden der ETH Zürich und des Paul Scherrer Instituts (PSI).

Damit neue AKW wirtschaftlich würden, müsste die Politik die Kernenergie ähnlich wie Erneuerbare fördern und Finanzierungsrisiken absichern. Bei derzeit in Europa und den USA beobachteten Baukosten von 12’000 Franken pro Kilowatt lohne sich eine Investition aber selbst mit staatlicher Unterstützung bei drei von vier Modellen nicht mehr.

Nicht wettbewerbsfähig

Die Schweiz kann der Analyse zufolge ihr Netto-Null-Ziel mit bestehenden und geplanten Technologien erreichen, ohne dass dafür neue Atomkraftwerke notwendig sind. Das Schweizer Energiesystem würde dann auf Wasserkraft, Solarenergie sowie weiteren erneuerbaren Energien und Speichern basieren. Entscheidend ist laut den Forschenden ausserdem ein funktionierender Stromhandel mit dem Ausland.

Eine Person mit Hund spaziert vor einem grossen Kühlturm in einer ländlichen Landschaft.
Legende: Ein Kraftwerk von der Grössenordnung des AKW Gösgen würde gemäss der Studie rund 8 Milliarden Franken kosten. REUTERS/Arnd Wiegmann

Gleichzeitig kommt die Studie zum Schluss, dass neue Kernkraftwerke grundsätzlich technisch in ein solches Energiesystem integriert werden können. Ob sie tatsächlich gebaut würden, entscheidet jedoch ihre Wettbewerbsfähigkeit. Nach den Modellen wäre diese nur erreichbar, wenn Kernenergie – wie auch erneuerbare Energien – staatlich unterstützt würde und der Staat einen Teil der Risiken tragen würde.

Baukosten entscheidend

Eine zentrale Rolle spielen zudem die Baukosten. «Wir haben in Europa eine Handvoll von Neubauprojekten, die zum Teil deutlich aus dem Ruder gelaufen sind. Es gibt aber im nicht europäischen Ausland zum Teil Projekte, bei denen die Baukosten sehr günstig ausgefallen sind. Es ist also relativ schwierig, sich dort auf eine Zahl festzulegen», sagte Andreas Pautz vom PSI. Während die jüngsten Neubauten in Europa und den USA Investitionskosten von rund 12’000 Franken pro Kilowatt verursacht hätten, gebe es in anderen Ländern deutlich günstigere Beispiele.

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Nach den Modellrechnungen wäre neue Kernkraft wirtschaftlich, wenn die Baukosten höchstens rund 8000 Franken pro Kilowatt installierter Leistung betragen würden. Ein Kraftwerk in der Grössenordnung von Gösgen würde dann rund 8 Milliarden Franken kosten. Bei Baukosten auf dem Niveau der jüngsten europäischen Projekte – rund 12 Milliarden Franken für ein vergleichbares Kraftwerk – verschwindet die Kernenergie dagegen in den meisten Modellen aus dem kostenoptimalen Energiemix.

Winterstromlücke bleibt auch mit AKW

Auch mit neuen Kernkraftwerken verschwindet eine weitere Herausforderung nicht: die Winterversorgung. Ganz ohne Importe kommt die Schweiz laut Studie auch dann nicht aus.

Kombination von verschiedenen Szenarien

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Für ihre Analyse kombinierten 19 Expertinnen und Experten der Eidgenössischen Technischen Hochschule in Zürich (ETH Zürich) und des Paul Scherrer Instituts (PSI) in Villigen AG verschiedene Szenarien für das Schweizer Energiesystem bis 2050 und untersuchten, unter welchen politischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen neue Kernkraftwerke Teil des kostenoptimalen Strommixes würden.

Die Studie erscheint zu einem politisch heiklen Zeitpunkt. Die Schweiz diskutiert über eine Aufhebung des Neubauverbots für Atomkraftwerke. «Wir werden aber kein Plädoyer für oder gegen Kernenergie halten», betonte Christian Schaffner, Geschäftsführer des Energy Science Center der ETH Zürich, vor den Medien. Vielmehr solle die Studie eine wissenschaftliche Grundlage für die Debatte liefern.

SRF 4 News, 29.6.2026, 11 Uhr ; 

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