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EU senkt Stahleinfuhrquoten Stahlhart – die Schweizer Industrie ist empört

Schweizer Industrie-Vertreter finden ungewohnt deutliche Worte zum Entscheid der EU. Enttäuschend sei der Entscheid, katastrophal, folgenschwer.

Besonders betroffen sind zwei grosse Stahllieferanten, wobei vor allem die Luzerner Swisssteel in die EU liefert. Das Solothurner Werk Gerlafingen dürfte etwas weniger stark betroffen sein. Das Unternehmen verweist auf den Tech-Verband Swissmem, der die Einschätzung für die Schweizer Industrie übernehme.

Swissmem: Ein Schritt fern der wirtschaftlichen Realität

Jean-Philippe Kohl, Vizedirektor und Leiter Wirtschaftspolitik sagt: «Es ist erstaunlich, wie weit weg Brüssel von wirtschaftlichen Realitäten ist». Denn: Die Schweiz sei nicht die Ursache der weltweiten Stahlüberkapazitäten. Im Gegenteil: Sie importiere doppelt so viel aus der EU wie sie ausliefere. «Diesem Umstand wurde nicht Rechnung getragen».

Zudem gingen die Stahlprodukte in den letzten rund 10 Jahren wertmässig und mengenmässig deutlich zurück, um rund ein Drittel. Die Schweiz exportiert heute Stahlprodukte im Wert von 800 Millionen Franken.

Entscheid von Symbolkraft

Doch die Folgen des Entscheids seien weitreichender, heisst es beim Verband Metall.Suisse. Der Dachverband bündelt die Interessen von Firmen, die Stahl verarbeiten, etwa auf dem Bau. Geschäftsführer Andreas Steffes bezeichnet den Entscheid der EU als «katastrophal». Er verweist auf Arbeitsplätze bei Zulieferern, in der Stahlverarbeitung, in nachgelagerten Bereichen, die nun gefährdet seien. Insgesamt exportiert die Tech-Industrie Ware im Wert von 68 Milliarden Franken, davon 38 Milliarden in die EU.

Auch der Swissmem-Experte sieht Folgen für die Lieferketten – in der Schweiz und global. Dazu komme die grössere Symbolik hinter dem Entscheid. «Wir müssen uns darauf einstellen, dass unsere wichtigen Wirtschaftsräume sich immer mehr abschotten», sagt er mit Blick auf die USA und China. Und das sei nun wirklich kein gutes Signal, denn Zölle und Handelshemmnisse bedeuten für Unternehmen eine Art Sand im Getriebe.

Lucia Theiler

Wirtschaftsredaktorin

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Lucia Theiler arbeitet als Wirtschaftsredaktorin bei SRF. Zuvor war sie unter anderem Leiterin der Wirtschaftsredaktion der Nachrichtenagentur sda. Theiler hat Betriebswirtschaft studiert.

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SRF 4 News, 30.06.2026, 14 Uhr ; 

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