- Die Wasserversorgung in Stettfurt TG hat eine Verschmutzung des Trinkwassers festgestellt.
- Bis auf Widerruf darf die Bevölkerung kein Trinkwasser aus den Leitungen beziehen, teilt die Gemeinde auf ihrer Website mit.
- Schulpräsident Charly Dohr bestätigt gegenüber SRF, dass aktuell 32 Kinder krankgemeldet sind.
- Ob diese Fälle direkt auf die Trinkwasserverschmutzung zurückzuführen sind, bleibe vorerst unklar.
Die Gemeinde Stettfurt verteilt Trinkwasserflaschen an die Bevölkerung. Mehrere Einwohnerinnen und Einwohner leiden an Magen-Darm-Beschwerden, Erbrechen und Übelkeit.
«Es ist eine Umgewöhnung»
So fasst ein betroffener Bewohner die aktuelle Lage gegenüber SRF zusammen. Die Unsicherheit war zu Beginn gross: «Zuerst sind wir bei unserer Tochter von einer Lebensmittelvergiftung ausgegangen», erklärt er. Erst später wurde klar, dass die Ursache im Leitungswasser lag. In einer solchen Situation merke man erst, wie gut es einem sonst geht, sagt der Vater weiter.
Eine andere Anwohnerin beschreibt den Alltag ohne Trinkwasser als kompliziert. Sie sagt: «Es ist umständlich, die Zahnbürste mit Mineralwasser zu putzen.» Sie vermutet die Ursache für die Trinkwasserverunreinigung in der Natur: «Es hat viel geregnet in den letzten Tagen; vielleicht gibt es da einen Zusammenhang.»
Das Leitungswasser kann gemäss Flugblatt weiterhin fürs Duschen, die Toilettenspülung oder die Waschmaschine genutzt werden. Die Geschirrspülmaschine soll allerdings auf mindestens 80 Grad Celsius eingestellt werden.
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Bild 1 von 3. Zwei Frauen aus Stettfurt nutzen ein «Wägeli», um sich den Transport der Wasserflaschen zu erleichtern. Bildquelle: SRF / Reto Hanimann.
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Bild 2 von 3. Eine andere Frau trägt einen Sechserpack Mineralwasser nach Hause. Bildquelle: SRF / Reto Hanimann.
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Bild 3 von 3. Eine Familie auf dem Heimweg bei Schneeregen und mit Wassernachschub. Bildquelle: SRF / Reto Hanimann.
Die Behörden bemerkten die Verunreinigung, nachdem Meldungen über eine Trübung des Wassers eingegangen waren. Das kantonale Laboratorium Thurgau untersucht die Proben.
(Noch) keine genaue Prognose
Die Gemeinde erhofft sich durch die Proben Hinweise auf die Ursache. Parallel laufen weitere Abklärungen, um die Quelle der Verschmutzung zu ermitteln. Wie die Gemeinde am Mittwochnachmittag mitteilte, hätten erste Proben Kolibakterien nachgewiesen.
«Der obere Teil des Dorfes ist weniger betroffen», erklärt der Gemeindepräsident Markus Bürgi. Die Trübung des Trinkwassers habe zuletzt messbar abgenommen.
Um die Bevölkerung zu unterstützen, hat die Gemeinde eine zentrale Hotline eingerichtet. Bei gesundheitlichen Fragen würden sie an medizinisches Fachpersonal, Ärzte oder Apothekerinnen verweisen.
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