- Die Wasserversorgung in Stettfurt TG hat eine Verschmutzung des Trinkwassers festgestellt und ein Bezugsverbot ausgesprochen.
- Nach eingehenden Untersuchungen sind die Einschränkungen nun für Teile des Ortes aufgehoben.
- Für weite Teile des Dorfes gilt das Bezugsverbot weiterhin. Abgekocht könne das Wasser aber konsumiert werden.
Die Gemeinde Stettfurt im Thurgau musste ein Bezugsverbot für Trinkwasser aussprechen. Grund dafür war eine Verunreinigung. Mehrere Einwohnerinnen und Einwohner leiden an Magen-Darm-Beschwerden, Erbrechen und Übelkeit, darunter auch Kinder.
Massnahmen teilweise gelockert
In Zusammenarbeit mit dem kantonalen Laboratorium und Fachspezialisten hat die Gemeinde Wasserproben analysiert. Aufgrund der Resultate könne das Bezugsverbot von Leitungswasser für die Hochzone der Wasserversorgung aufgehoben werden, teilt die Gemeinde mit. Bevor man das Wasser erstmals konsumiere, müsse man zuerst das Hausnetz spülen.
Für grosse Teile des Dorfes bleiben die Einschränkungen bestehen, wie aus der Mitteilung hervorgeht. Das Wasser darf nach wie vor nicht direkt ab dem Wassernetz konsumiert werden. Abgekocht könne man das Wasser aber konsumieren, schreibt die Gemeinde. Das Aufkochen tötet die allfälligen Krankheitserreger.
«Es ist eine Umgewöhnung»
So fasst ein betroffener Bewohner die aktuelle Lage gegenüber SRF zusammen. Die Unsicherheit war zu Beginn gross: «Zuerst sind wir bei unserer Tochter von einer Lebensmittelvergiftung ausgegangen», erklärt er. Erst später wurde klar, dass die Ursache im Leitungswasser lag. In einer solchen Situation merke man erst, wie gut es einem sonst geht, sagt der Vater weiter.
Eine andere Anwohnerin beschreibt den Alltag ohne Trinkwasser als kompliziert. Sie sagt: «Es ist umständlich, die Zahnbürste mit Mineralwasser zu putzen.» Sie vermutet die Ursache für die Trinkwasserverunreinigung in der Natur: «Es hat viel geregnet in den letzten Tagen; vielleicht gibt es da einen Zusammenhang.»
Das Leitungswasser kann gemäss Flugblatt weiterhin fürs Duschen, die Toilettenspülung oder die Waschmaschine genutzt werden. Die Geschirrspülmaschine soll allerdings auf mindestens 80 Grad Celsius eingestellt werden.
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Bild 1 von 3. Zwei Frauen aus Stettfurt nutzen ein «Wägeli», um sich den Transport der Wasserflaschen zu erleichtern. Bildquelle: SRF / Reto Hanimann.
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Bild 2 von 3. Eine andere Frau trägt ein Sechserpack Mineralwasser nach Hause. Bildquelle: SRF / Reto Hanimann.
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Bild 3 von 3. Eine Familie auf dem Heimweg bei Schneeregen und mit Wassernachschub. Bildquelle: SRF / Reto Hanimann.
Die Behörden bemerkten die Verunreinigung, nachdem Meldungen über eine Trübung des Wassers eingegangen waren. Das kantonale Laboratorium Thurgau untersucht die Proben.
Ursache weiter unbekannt
Wie lange die Einschränkungen andauern, kann nach wie vor nicht gesagt werden, da die Gemeinde Ergebnisse weiterer Proben abwarten muss. Die Gemeinde erhofft sich durch die Proben Hinweise auf die Ursache. Parallel laufen weitere Abklärungen, um die Quelle der Verschmutzung zu ermitteln. Wie die Gemeinde am Mittwochnachmittag mitteilte, hätten erste Proben Kolibakterien nachgewiesen.
Um die Bevölkerung zu unterstützen, hat die Gemeinde eine zentrale Hotline eingerichtet. Bei gesundheitlichen Fragen würden sie an medizinisches Fachpersonal, Ärzte oder Apothekerinnen verweisen.