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Unterwanderte Polizei? Mutmasslicher Bestechungsfall: Fedpol-Mitarbeiter wird verhaftet

So einen Kriminalfall gibt es in der Schweiz selten: Eine Person, die beim Bundesamt für Polizei Fedpol arbeitet, ist verhaftet worden. Sie wird verdächtigt, gegen Bezahlung vertrauliche Informationen zu einem Strafverfahren weitergegeben zu haben.

Der Fall ist so gravierend, dass sich Fedpol-Direktorin Eva Wildi-Cortés heute Nachmittag in einer Video-Botschaft an die Öffentlichkeit gewandt und eingeräumt hat: «Als Direktorin von Fedpol muss ich leider bestätigen: Bei einer Intervention in einem Verfahren gegen die Organisierte Kriminialtität ist heute eine Person verhaftet worden, die beim Bundessicherheitsdienst tätig ist. Das macht ganz Fedpol und mich persönlich betroffen.»

Eine Frau mittleren alters mit braunen Haaren
Legende: Fedpol-Direktorin Eva Wildi-Cortés: «Das macht mich persönlich betroffen.» Keystone/Peter Schneider

Diese Person war beim Bundessicherheitsdienst tätig, bei jener Abteilung des Fedpol, die für den Schutz im Bundeshaus und der Gebäude wie etwa der Bundesämter zuständig ist. «Diese Person hat mutmasslich schwerwiegende Verstösse gegen gesetzliche und dienstliche Verpflichtungen begangen. Sie soll gegen Entgelt Informationen an Dritte weitergegeben haben», sagt Wildi-Cortés weiter.

Mutmasslicher Bestechungsfall

Ein Mitarbeiter des Fedpols hat sich mutmasslich bestechen lassen und Informationen an eine Person aus dem Drogenmilieu weitergegeben. Neben der Person aus dem Fedpol wurden heute fünf weitere verhaftet. Ihnen werden unter anderem Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz vorgeworfen. Es gilt die Unschuldsvermutung. Für die beim Fedpol angestellte Person hat der Fall Konsequenzen: «Die betreffende Person wurde umgehend freigestellt.»

Wir überprüfen unsere Mitarbeitenden vor der Anstellung. Der Zugang zu sensiblen Informationen ist strikt geregelt.
Autor: Eva Wildi-Cortés Direktorin Fedpol

Der Fall zeige, so die Fedpol-Direktorin: «Trotz aller Gegenmassnahmen können kriminelle Organisationen auch staatliche Institutionen unterwandern, sogar die Polizei.» Dennoch bleiben einige Fragen offen: Denn wer beim Fedpol arbeiten will, der wird durchleuchtet: «Wir überprüfen unsere Mitarbeitenden vor der Anstellung. Der Zugang zu sensiblen Informationen ist strikt geregelt, auf die Notwendigkeit für die Aufgabenerfüllung begrenzt und wird risikobasiert überprüft.»

Warum diese Person beim Fedpol bei den Sicherheitsüberprüfungen nicht auffiel und warum eine Person beim Bundessicherheitsdienst Zugriff auf sensible Ermittlungsakten der Bundeskriminalpolizei hatte, dazu macht das Fedpol auf Anfrage keine weiteren Angaben. Und so bleibt die zentrale Frage – wie das Fedpol von der organisierten Kriminalität unterwandert werden konnte – beim heutigen Stand des Strafverfahrens ungeklärt.

Echo der Zeit, 28.04.2026, 18 Uhr

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