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Geldpolitische Lagebeurteilung SNB belässt den Zinssatz bei 0 Prozent

  • Die Schweizerische Nationalbank (SNB) belässt den Leitzins ein weiteres Mal bei 0 Prozent. Damit legt die SNB zum dritten Mal in Folge eine Zinspause ein.
  • Die SNB folgt auch dem Entscheid der US-Notenbank FED. Diese hatte am Mittwochabend den Leitzins wie erwartet unverändert belassen.
  • Falls nötig, will sie vor allem am Devisenmarkt tätig sein. Angesichts des Konflikts im Nahen Osten ist die Bereitschaft der Nationalbank, am Devisenmarkt zu intervenieren, erhöht.

Wegen des Anstiegs der Energiepreise liege die bedingte Inflationsprognose der SNB für die nächsten Quartale höher als im Dezember, teilte die SNB im Rahmen der vierteljährlichen geldpolitischen Lagebeurteilung mit.

Wirtschaftsredaktor Sven Zaugg: «SNB zieht richtige Schlüsse»

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Stillhalten, beobachten und bei Bedarf am Devisenmarkt intervenieren. Die Schweizerische Nationalbank kommt in ihrer heutigen Lagebeurteilung zumindest teilweise zu den richtigen Schlüssen. Die Inflation ist tief, deshalb kann sie den Leitzins getrost da lassen, wo er ist: bei Null Prozent. Sie hat noch genügend Zeit, um auf steigende Inflationsraten zu reagieren.

Doch sie muss die Entwicklungen im Nahen Osten genau verfolgen. Lieferkettenprobleme und steigende Energiepreise dürften auch die Exportnation Schweiz belasten und die Kosten für heimische Unternehmen erhöhen. Wie stark, ist noch unklar. In den kommenden Monaten könnte Handlungsbedarf entstehen – auch wenn der starke Franken die importierte Inflation spürbar dämpfen dürfte. Das ist die gute Nachricht.

Die schlechte: Für die Industrie bleibt der starke Franken hingegen eine Dauerlast, die die Firmen permanent herausfordert. Zusammen mit den US-Zöllen ergibt sich für die Exportbranche eine gefährliche Mischung. Viele Firmen haben sich jedoch angepasst: Sie steigerten ihre Produktivität und akzeptierten geringere Margen. Doch das lässt sich nicht endlos durchhalten.

Ungeachtet dessen muss die Nationalbanken angemessen auf die Sorgen der Industrie reagieren. Währungsrisiken stehen im Sorgenbarometer der Unternehmen ganz oben, gefolgt von der US-Zollpolitik.

Gewerkschaften und Industrie warnen schon lange vor den negativen Folgen und kritisieren die Nationalbank für ihre Passivität.  SNB-Präsident Martin Schlegel betonte heute, die Bereitschaft der Nationalbank, am Devisenmarkt zu intervenieren, sei «erhöht». Die Botschaft an die Industrie: Wir lassen euch nicht im Stich. Dieser Ankündigung müssen nun Taten folgen.

Der mittelfristige Inflationsdruck habe sich gegenüber der letzten Lagebeurteilung aber kaum verändert, betonten die Währungshüter. Auch die Unsicherheit bezüglich des Wirtschaftsausblicks hat mit dem Konflikt im Nahen Osten deutlich zugenommen, erklärte die SNB weiter.

Unsicherer handelspolitischer Ausblick

Das Wachstum der Weltwirtschaft dürfte sich vorübergehend etwas verlangsamen. Der Ausblick für die Weltwirtschaft unterliege «bedeutenden» Risiken. Neben der Situation im Nahen Osten bleibe zudem auch der handelspolitische Ausblick weiterhin unsicher.

Fassade der Schweizerischen Nationalbank mit Schweizer Flagge.
Legende: Die SNB setzt das tiefste Zinsniveau aller grösseren Währungsräume. REUTERS/Denis Balibouse

Die erneute Zinspause der SNB kommt nicht überraschend. Von der Nachrichtenagentur AWP befragte Ökonominnen und Ökonomen hatten diesen Entscheid im Vorfeld unisono so erwartet.

Bereits im Dezember hatte die SNB wie erwartet ihre Zinspause verlängert. Der Leitzins wurde das zweite Mal in Folge bei 0 Prozent belassen. Schon im September 2025 hatte die Nationalbank den Leitzins bei 0 Prozent belassen. Zuvor hatte sie ihn sechs Mal in Folge gesenkt. Damals liess die SNB verlauten, dass in der mittleren Frist der Inflationsdruck gegenüber der letzten Lagebeurteilung aber praktisch unverändert sei.

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SRF 4 News, 19.03.2026, 10:00 Uhr ; 

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