Zum Inhalt springen

Header

Zur Übersicht von Play SRF Audio-Übersicht

Geldpolitische Lagebeurteilung SNB lässt Leitzins unverändert bei null Prozent

  • Die Schweizerische Nationalbank (SNB) belässt den Leitzins ein weiteres Mal bei 0 Prozent.
  • Damit legt die SNB zum vierten Mal in Folge eine Zinspause ein.
  • Die SNB folgt auch dem Entscheid der US-Notenbank FED. Diese hatte am Mittwochabend den Leitzins wie erwartet unverändert belassen.

Die Bereitschaft der SNB, am Devisenmarkt zu intervenieren, sei weiterhin erhöht, teilte die SNB im Rahmen der vierteljährlichen geldpolitischen Lagebeurteilung mit. Die SNB spricht seit dem letzten März von einer «erhöhten Bereitschaft». Davor hatte es jeweils geheissen, dass die SNB bei Bedarf am Devisenmarkt aktiv sei.

Wegen des Anstiegs der Energiepreise liege die bedingte Inflationsprognose der SNB für die nächsten Quartale leicht höher als im März. Der mittelfristige Inflationsdruck habe sich gegenüber der letzten Lagebeurteilung aber kaum verändert, betonten die Währungshüter.

Fassade eines Gebäudes mit mehreren Fenstern.
Legende: Trotz der anziehenden Inflation belässt die SNB den Leitzins auf dem niedrigsten Niveau aller grösseren Währungsräume. KEYSTONE/Andreas Becker

Für die Schweizer Wirtschaft prognostiziert die SNB für das laufende Jahr unverändert ein Wachstum von rund 1 Prozent und für 2027 von rund 1.5 Prozent.

SRF-Wirtschaftsredaktorin: «Der Franken ist stark genug»

Box aufklappen Box zuklappen

Zum jüngsten Zinsentscheid der SNB schreibt Charlotte Jacquemart von der Wirtschaftsredaktion:

Die Schweizer Nationalbank hält die Füsse still. Das heisst: Die Leitzinsen verharren bei null Prozent. Dies im Gegensatz zur europäischen (EZB) und japanischen Notenbank, die beide die Zinsen vor Wochenfrist angehoben haben. Die US-Notenbank rührte gestern ihre Leitzinsen ebenfalls nicht an – allerdings auf einem Niveau von 3.5 bis 3.75 Prozent.

Die SNB sieht sich nicht zu einer Zinserhöhung gezwungen, weil die Inflation in der Schweiz tief ist, lediglich 0.6 Prozent. Eine Überhitzung der Schweizer Wirtschaft steht nicht im Raum. Prognosen gehen eher davon aus, dass die Energiekrise auch die Schweizer Wirtschaft etwas abbremst.

Auch stört es die SNB kaum, dass die EZB die Leitzinsen angehoben hat, auf 1 Prozent, und der Abstand zwischen den Euro-Zinsen und den Franken-Zinsen angewachsen ist. Der Franken ist stark genug – die SNB braucht ihn nicht durch eine Zinserhöhung attraktiver zu machen. Schliesslich verteuert ein starker Franken die Schweizer Exporte.

Gleichzeitig ist der starke Franken hauptverantwortlich dafür, dass in der Schweiz die Inflation trotz Energiekrise bis jetzt tief geblieben ist. Denn starke Währungen reduzieren den Import von Inflation aus dem Ausland. Was für die SNB wiederum Grund genug ist, die Zinsen nicht unter Null zu senken.

Fazit: Indem die SNB die Leitzinsen nicht verändert, verschiesst sie in einem schwierigen Umfeld auch kein Pulver. Weder in die eine, noch in die andere Richtung. Pulver, das die SNB brauchen wird, sollte es noch schwieriger kommen.

SRF4 News, 18.06.26, 10 Uhr ; 

Meistgelesene Artikel