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Atomenergie Nationalratskommission will Bau neuer AKW wieder zulassen

  • Die zuständige Kommission des Nationalrates will den Bau neuer Atomkraftwerke in der Schweiz wieder zulassen.
  • Mit einer knappen Mehrheit von 13 zu 12 Stimmen hat sich die Kommission für eine entsprechende Anpassung im Kernenergiegesetz ausgesprochen.
  • Die Kommission lehnt eine staatliche Förderung für neue AKW ab, eine Rahmenbewilligung soll nur erteilt werden, wenn Bau und Betrieb finanziell gesichert sind.

Die Mehrheit der Kommission für Umwelt, Raumplanung und Energie des Nationalrates (Urek-N) unterstützt wie der Ständerat den indirekten Gegenvorschlag des Bundesrates zur Blackout-Initiative. Mit ihrem Entscheid will sie auf Technologieoffenheit setzen. Die Schweiz sei auf eine zuverlässige, CO₂-arme und kostenbewusste Energieversorgung angewiesen und müsse alle Optionen haben. Sollten die Ausbauziele bei erneuerbaren Energien nicht erreicht werden, könnten neue AKW ab 2050 zur sicheren Versorgung beitragen.

Eine starke Minderheit ist gegen die Gesetzesänderungen. Sie macht geltend, dass die Planungssicherheit beim Ausbau der erneuerbaren Energien unter der Aufhebung des Verbots leiden würde. Auch befürchtet sie «beträchtliche finanzielle Risiken», wie es in der Mitteilung heisst.

Luftaufnahme eines Kraftwerks in einer ländlichen Landschaft mit Rauch und Fluss.
Legende: Gemäss der zuständigen Kommission im Nationalrat soll in der Schweiz der Bau neuer Atomkraftwerke wieder möglich werden. Im Bild das AKW Gösgen im Kanton Solothurn. KEYSTONE / Alessandro Della Bella

Wie der Ständerat ist die Mehrheit der Urek-N der Meinung, dass eine Rahmenbewilligung für ein neues AKW nur erteilt werden darf, wenn Bau und Betrieb finanziell gesichert sind. Die Kommission lehnte es auch mit 13 zu 10 Stimmen ab, jegliche staatliche Förderung für neue Kernkraftwerke auszuschliessen, wie dies eine Minderheit möchte.

Der Antrag, vom Bundesrat mit einer Rückweisung Klarheit über die finanziellen Folgen allfälliger neuer AKW zu fordern, namentlich für den Bund und die Kantone, unterlag mit 12 gegen 13 Stimmen. Auch weitere Rückweisungsanträge unterlagen.

Die Minderheiten hinter diesen Anträgen forderten weitere Aufträge an den Bundesrat. Genannt wurden ein Entsorgungskonzept, eine Priorisierung von erneuerbaren Energien und eine überarbeitete Stromversorgungsstrategie in der Vorlage. Auch die Forderung, nur AKW der Generation 4 zuzulassen, setzte sich nicht durch.

Genügend Kapazität für nuklearen Abfall

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Die Kommissionsmehrheit will auch nicht, dass Baubewilligungen für neue Kernkraftwerke die Zustimmung aller umliegenden Gemeinden erfordern müssen. Der entsprechende Antrag wurde mit 15 zu 9 Stimmen abgelehnt. Nichts wissen wollte die knappe Mehrheit weiter von einem Nachweis für einen vollständigen Schutz der AKW vor Angriffen.

Nein sagte die Mehrheit auch zur Forderung, dass neue AKW nur Kernbrennstoff verwenden dürfen, der ökologischen und menschenrechtlichen Standards entspricht. Dieser Entscheid fiel mit 16 zu 9 Stimmen. Und auch eine Pflicht, Technologien zu verwenden, die den nuklearen Abfall stark reduzieren, lehnte die Kommission ab.

Nach Auffassung der Urek-N gibt es zudem am geplanten Standort Nördlich Lägern technisch gesehen genug Kapazitäten für die Abfälle neuer AKW. Eine Minderheit konnte sich mit dem Antrag nicht durchsetzen, einen Kapazitätsnachweis zur Bedingung zu machen für die Rahmenbewilligung für ein neues AKW.

Zur Blackout-Initiative selbst beantragt die Kommission mit 15 zu 9 Stimmen ein Nein. Sie hält die Anpassungen im Kernenergiegesetz für den besseren Weg, um das AKW-Bauverbot aufzuheben. Eine Minderheit will die Initiative zur Annahme empfehlen.

Der Ständerat hat die Aufhebung des Verbots neuer AKW bereits beschlossen. Als Nächstes wird nun der Nationalrat entscheiden. Das letzte Wort dürften aber die Stimmberechtigten haben. Die Grünen kündigen bereits das Referendum an, sollte der Nationalrat der Mehrheit seiner Kommission folgen. Die Volksinitiative untersteht ohnehin dem obligatorischen Referendum.

SRF 4 News, 21.4.2026, 17 Uhr ; 

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