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Kampfjet-Lärm Kampfjet F-35A: lauter als alle früheren

Das VBS hat seine Massnahmen zur Lärmdämmung in Bezug auf den F-35A vorgestellt.

  • Die neuen Kampfjets F-35A sind beim Start drei Dezibel lauter als die bisherigen Schweizer Militärflugzeuge.
  • Das VBS will deshalb zusätzliche Schallschutzfenster für Anwohnende der Militärflughäfen in Meiringen, Payerne und Emmen einbauen lassen und informiert über die weiteren Schallschutzmassnahmen.
  • Die Anzahl der Flugbewegungen wird halbiert.
  • Mit dem F-35A findet künftig am Montagmorgen und am Freitagnachmittag kein Flugtraining mehr statt, um die Lärmbelastung der Anwohnerinnen und Anwohner in Grenzen zu halten.

Die Kampfflugzeuge F-35A, die der Bund zu kaufen beschlossen hat, sind beim Abflug um drei Dezibel lauter als die bisherigen Schweizer Militärjets. «Drei Dezibel liegen an der Wahrnehmungsgrenze, das heisst, man kann den Unterschied hören», sagt Bruno Locher, der Chef Raum und Umwelt vom Generalsekretariat des VBS, bei der Vorstellung des Stationierungskonzepts der neuen Kampfflieger. Ab 2028 sollen die F-35A in Payerne, ab 2030 in Meiringen stationiert werden.

Die Fluglärmberechnungen der Empa haben ergeben, dass die Lärmschutzgrenzwerte überschritten werden. Deshalb müssen Massnahmen zur Reduktion der Lärmbelastung getroffen werden.

Flugbegrenzungen

Eine dieser Massnahmen ist die Reduktion und die Begrenzung der Flugbewegungen. Die Anzahl der Flugbewegungen wird zugunsten von Flügen in Simulationssystemen halbiert.

«Wir kommen damit der betroffenen Bevölkerung entgegen», so Marcel Mühlethaler, Oberst im Generalstab und Chef der Einführung F-35A.

An- und Abflugrouten

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Bei den entsprechenden Ab- und Anflugrouten will die Luftwaffe – wie schon beim F/A-18 – versuchen, das am dichtesten bevölkerte Gebiet zu meiden, so Marcel Mühlethaler, Oberst im Generalstab und Chef Einführung F-35A. «Mit unseren Verfahren nehmen wir diesbezüglich so gut es geht Rücksicht auf die Bevölkerung, dort, wo es die operativen Rahmenbedingungen und die Flugsicherheit zulassen.»

Auch wird nicht das ganze Jahr hindurch geflogen. Ab Payerne und Meiringen, wo die Geschwader stationiert sein werden, soll während 38 Wochen im Jahr geflogen werden, vergleichbar mit der heutigen Situation, ab Emmen 34 Wochen. Am Freitagnachmittag und am Montagmorgen wird jeweils auf Flüge verzichtet.

Eine Grafik zeigt die Flugfelder des Militärflugplatzes Meiringen
Legende: Der Militärflugplatz Meiringen in einer schematischen Skizze. Keystone / Peter Klaunzner

«In einem Ernstfall, das heisst bei erhöhten Spannungen oder gar einem bewaffneten Konflikt, würden die Flugbegrenzungen hinfällig», macht Mühletaler klar. Auch bei Echtzeiteinsätzen der Flugpolizei gelten die Flugtrainingsbegrenzungen nicht.

Schallschutzfenster

Zudem werden Schallschutzfenster für die betroffenen Anwohnenden in einem festgelegten Perimeter eingebaut. Grundsätzlich sollen Räume, die zum Wohnen genutzt werden, innerhalb des definierten Bereiches berücksichtigt werden. Das VBS hat neu berechnet, wie viele Gebäude betroffen sind. Bereits bestehende Schallschutzfenster werden nicht erneuert.

Der grösste Teil des Verpflichtungskredits von 30 Millionen Franken, den das VBS für die Lärmschutzmassnahmen beim Parlament beantragen wird, werde für entsprechende Fenster in Emmen aufgewendet, so Locher, denn in Emmen seien noch am wenigsten Gebäude entsprechend ausgerüstet. Die zusätzlichen Schallschutzfenster werden in der zweiten Hälfte 2027 eingebaut.

Das weitere Vorgehen

«In dem Prozess, der nun anläuft, kann sich die Bevölkerung erstens zum Sachplan frei äussern und zweitens im rechtlichen Verfahren Einsprachen machen, wenn sie nicht einverstanden ist», sagt Locher. Das Generalsekretariat des VBS wird nach der öffentlichen Auflage (vom 18.5.2026 bis zum 17.6.2026) in einer Plangenehmigung über das Betriebsreglement und die Erleichterungen entscheiden. Erleichterungen heisst in diesem Fall: Es wird festgelegt, wann die Lärmgrenzwerte im öffentlichen Interesse überschritten werden dürfen.

SRF 4 News, 20.4.2026, 8:30 Uhr ; 

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