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Tragödie in Crans-Montana Überlebende: «Ohne ihn wäre ich nicht mehr hier»

Inmitten von Chaos und Panik haben mutige Passanten beim Flammeninferno in Crans-Montana ihr Leben aufs Spiel gesetzt, um Verletzte zu retten. Augenzeugen und Überlebende stehen unter Schock. Ihre Geschichten kommen nach und nach ans Licht.

Eine der Überlebenden ist die 17-jährige Laeticia Plass. «Ich musste meine Augen schliessen, ich konnte nicht mehr sehen», erzählt sie gegenüber RTS.

Ich weiss noch, wie ich schrie, dass ich nicht sterben wollte.
Autor: Laeticia Plass Überlebende

«Es war irgendwie seltsam. Ich konnte nicht mehr richtig atmen. Ich rannte zur Treppe, und die Tür war so klein, dass sich alle darauf stürzten ... alle schubsten sich gegenseitig. Neben mir brannten Menschen oder waren bereits tot. Ich weiss noch, wie ich schrie, dass ich nicht sterben wollte.»

Ein Junge habe sie schliesslich an der Hand herausgezogen. «Ich weiss nicht, ob ich ihm gedankt habe, aber wenn er das hört: Danke! Von ganzem Herzen! Ohne ihn wäre ich nicht mehr hier.»

Gegen 1:40 Uhr wollte ich vorbeigehen, um meiner Schwester Hallo zu sagen, und da sah ich, dass alles brannte.
Autor: Romain Kallergis Angehöriger

Der 15-jährige Romain Kallergis war vor Ort, als das Unglück geschah. «Meine Schwester war bereits gegen 1 Uhr in der Bar. Gegen 1:40 Uhr wollte ich vorbeigehen, um ihr Hallo zu sagen, und da sah ich, dass alles brannte. Die Polizei liess mich nicht vorbei. Ich konnte in diesem Moment nichts tun. Ich konnte sie nicht finden.»

Person in dunkler Jacke steht im Wald.
Legende: Romain Kallergis berichtet von der Brandkatastrophe. SRF

Niemand habe Nachrichten von seinen Angehörigen, die meisten könnten keinen Kontakt aufnehmen, sagt er. «Auf eine Art beruhigt mich das. Das heisst: Ihre Priorität ist es, die Patienten zu behandeln und erst dann herauszufinden, wer welche Verletzungen hat und wer gestorben ist.»

Mutige Helfer retten Menschen aus Bar

Passanten hatten in der Silvesternacht sofort zugepackt, als sie die Schreie aus der brennenden Bar hörten. «Einer kam mit brennender Jacke herausgerannt, ich habe so gut es ging versucht, die Flammen zu ersticken», berichtet der 19-jährige Théo gegenüber RTS. Dennis (20) beschreibt eine volle Treppe, auf der zahlreiche Verletzte verzweifelt die Hände in die Luft reckten: «Wir versuchten, sie zu packen und nach draussen zu ziehen.»

Andere Passanten berichten von Verletzten mit brennenden Haaren und versengten Gesichtern. Der 20-jährige Mathis sagt, sie hätten sich der Menschen angenommen, auf sie eingesprochen, als sie das Bewusstsein verloren und sie beruhigt, bis die Krankenwagen eintrafen. 

Paolo Campolo (55) liegt wegen einer Rauchvergiftung mit Atemmaske im Spital. Er hat nach eigenen Angaben zusammen mit anderen Helfern Dutzende aus der Feuerhölle gerettet. Sie waren auf der Rückseite der Bar. «Ich weiss nicht, ob es ein Notausgang oder Serviceausgang war, aber hinter dieser Tür waren verzweifelte Menschen», sagt Campolo zu «20 Minuten». Er habe sie durch eine Scheibe gesehen. Sie hätten die Tür aufgebrochen und die Menschen herausgeholt.

SRF News Spezial, 2.1.2026, 12:45 Uhr ; 

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