Von Appenzell bis Zürich – in mehreren Kantonen und Gemeinden stehen am Sonntag wichtige Wahlen an. Eine Übersicht.
Appenzell Ausserrhoden
Im Kanton wird ein neuer Nationalratssitz vergeben, den David Zuberbühler (SVP) nach zehn Jahren abgegeben hat. Edgar Bischof (SVP) möchte diesen Sitz verteidigen. Er war 16 Jahre im Kantonsrat und leitete die Kantonalpartei. Seine Konkurrentin ist Jennifer Abderhalden von der FDP, welche den Sitz für ihre Partei zurückgewinnen möchte. Die 48-jährige Juristin ist seit 2024 Präsidentin der Kantonalpartei und seit 2025 Kantonsrätin.
Freiburg
116 Gemeinden führen Kommunalwahlen durch, wobei über 1100 Personen kandidieren. In fünf Gemeinden gibt es nicht genügend Kandidierende, so sind in Plasselb im Sensebezirk alle Stimmberechtigten wählbar. Spannend dürfte es in der Stadt Freiburg werden, wo 26 Personen in die Stadtregierung wollen. Der amtierende Stadtpräsident und das einzige bürgerliche Mitglied treten nicht mehr an. SVP, FDP und die Mitte bilden erstmals eine Allianz.
Glarus
Die Stimmberechtigten wählen ihre Kantonsregierung. Alle bisherigen Mitglieder streben eine Wiederwahl an. Zu einem Wechsel kann es trotzdem kommen, wenn ein Herausforderer oder eine Herausforderin mehr Stimmen holt als eine Bisherige oder ein Bisheriger: Drei Kandidaturen von Parteilosen sind gemeldet. Auch die Gemeinderegierungen werden neu gewählt: So fordert beispielsweise in Glarus Nord der SP-Landrat Samuel Zingg den SVP-Gemeindepräsidenten Fritz Staub heraus.
Obwalden
Für die fünf Sitze im Obwaldner Regierungsrat kandidieren sechs Personen, wobei ein Sitz frei wird. Die SVP will das Mandat mit Franziska Kathriner verteidigen. Marius Küchler (FDP) will den vor vier Jahren verlorenen Sitz zurückerobern. Daneben wird auch das Obwaldner Kantonsparlament gewählt.
Nidwalden
Im benachbarten Kanton wurde der Regierungsrat bereits in stiller Wahl bestätigt, da es keine weiteren Kandidaturen gab. Neu im siebenköpfigen Gremium ist Armin Odermatt (SVP), der die Bildungsdirektion übernimmt. Auch in Nidwalden wird das Kantonsparlament gewählt.
Waadt
Im bevölkerungsmässig drittgrössten Kanton der Schweiz kommt es zu einer Ersatzwahl für die zurückgetretene SP-Staatsrätin Rebecca Ruiz. Die SP will ihren Regierungssitz mit Roger Nordmann verteidigen, unterstützt von den Grünen. Gegen ihn tritt Jean-François Thuillard (SVP) an, unterstützt von der FDP und der Mitte. Auch Agathe Raboud Sidorenko von «Ensemble à gauche» kandidiert. Ein zweiter Wahlgang ist wahrscheinlich.
Winterthur
In der zweitgrössten Stadt des Kantons Zürich werden die Stadtratswahlen mit Spannung erwartet. Der langjährige Stadtpräsident Michael Künzle (Mitte) tritt ab, ebenso GLP-Stadträtin Katrin Cometta. Fünf Bisherige kandidieren erneut, während eine ganze Reihe neuer Kandidierender ebenfalls in den Stadtrat einziehen möchte. Die Wahlen in Winterthur versprechen damit eine spannende Neubesetzung der Exekutive. Winterthur wählt auch das Stadtparlament neu.
Stadt Zürich
In der grössten Stadt des Landes wird ein neuer Stadtpräsident oder eine neue Stadtpräsidentin gewählt. Die amtierende Corine Mauch (SP) tritt nicht mehr an. Als Favorit für ihre Nachfolge gilt ihr Parteikollege Raphael Golta. Für das Stadtpräsidium kandidieren auch Përparim Avdili (FDP), Ueli Bamert (SVP) und Serap Kahriman (GLP). Am 8. März 2026 wählt die Zürcher Stimmbevölkerung auch das Parlament für die Amtsdauer bis 2030.