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König der Filmparodien Mel Brooks wird 100: Der Ausnahmekomiker in 7 Filmen

Mit Hitler-Witzen wurde der jüdische Filmemacher Mel Brooks zur Legende. Sein Werk ist anarchisch, selbstironisch und zeitlos komisch. Heute feiert der «King of Comedy» seinen 100. Geburtstag. Die Jahrhundertfigur in sieben Filmen – und einer Zugabe.

Die sechs Must-Sees

1. «The Producers» (1968)

Zwei Produzenten setzen alles auf ein Musical, das bewusst zum Flop werden soll – um sich daran zu bereichern. Doch der Plan geht gründlich schief: Die Inszenierung wird zum Überraschungshit. Dasselbe gilt für den Film selbst. Für Mel Brooks ist es das Kinodebüt als Regisseur. Er schreibt auch das Drehbuch und gewinnt dafür auf Anhieb den Oscar für das beste Originaldrehbuch – der Startschuss für eine aussergewöhnliche Karriere.

2. «Young Frankenstein» (1974)

Im Jahr 1974 bringt Mel Brooks gleich zwei erfolgreiche Filme ins Kino. Einer davon ist die Frankenstein-Parodie «Young Frankenstein», eine liebevolle Schwarzweiss-Hommage an die klassischen Universal-Horrorfilme der 1930er-Jahre. Der Film gilt bis heute als Brooks' handwerklich stärkstes Werk. Erneut übernimmt Gene Wilder die Hauptrolle und schreibt gemeinsam mit Brooks das Drehbuch – der Beginn einer langjährigen Zusammenarbeit. Das Drehbuch wird für einen Oscar nominiert, der Satz «Put the candle back!» wird zum Kultzitat unter Mel-Brooks-Fans.

3. «Blazing Saddles» (1974)

Eine Dekonstruktion des Western-Genres und eine urkomische Demontage klassischer rassistischer Stereotype. In «Blazing Saddles» setzt sich Mel Brooks mit der Situation der Afroamerikaner in den USA auseinander. Hauptfigur ist ein schwarzer Sheriff, der sich einem korrupten Politiker entgegenstellt. Einer der kommerziell erfolgreichsten Filme von Mel Brooks.

4. «Silent Movie» (1976)

In seiner Hommage an den Stummfilm karikiert Mel Brooks sich selbst: Seine Figur trägt den Namen Mel Funn und will – in einer Zeit, in der nur noch Tonfilme produziert werden – einen Stummfilm drehen. Zahlreiche Stars haben Cameo-Auftritte und spielen sich selbst, darunter Liza Minnelli, Burt Reynolds, Paul Newman und Brooks' langjährige Ehefrau Anne Bancroft. Auch Pantomime Marcel Marceau ist dabei. Ausgerechnet er spricht im Stummfilm das einzige Wort: «No!».

5. «Hight Anxiety» (1977)

Schon der Titel spielt auf «Vertigo» an – und auch sonst bedient sich der Film lustvoll und respektlos bei den Werken von Alfred Hitchcock. Mel Brooks übernimmt selbst die Hauptrolle als Dr. Richard H. Thorndyke, Leiter des «Instituts für die sehr Nervösen». Legendär ist die Parodie auf «The Birds»: Thorndyke wird nicht von Krähen oder Möwen attackiert, sondern von Tauben verfolgt – die ihn allerdings nicht angreifen, sondern stattdessen hemmungslos vollscheissen.

6. «Spaceballs» (1987)

Kult! Mel Brooks knöpft sich das Star Wars-Universum vor, garniert es mit Elementen aus «Star Trek» und anderen Sci-Fi-Filmen. Und er macht sich lustig über Sci-Fi-Merchandising. Er selbst spielt darin zwei Rollen: den bösen Präsidenten Skroob und den weisen Meister Yogurt. Nächstes Jahr soll das Sequel von Spaceballs kommen. Der alte Brooks hat zwar nicht mehr Regie geführt, tritt aber nochmal als Yogurt auf.

Der Flop

«Dracula: Dead and Loving it» (1995)

Von der Zusammenarbeit der zwei Comedy-Giganten Mel Brooks und Leslie Nielsen versprach man sich viel. Doch ihre Dracula-Parodie war kein Erfolg. Der Film erhielt mittelmässige Kritiken und war auch an der Kinokasse lau. Mel Brooks zog sich daraufhin vom Kinogeschäft zurück und widmete sich vermehrt der Bühne.

Abspann – Mel Brooks' schrägster Auftritt

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1983 brachte Mel Brooks den Hip Hop Song «To Be Or Not To Be (The Hitler Rap)» heraus, in dem er selbst rappte. Und zwar als Hitler persönlich: «Don't be stupid, be a smarty. Come and join the Nazi Party» heisst es darin. Ein Beispiel für seinen explizit jüdischen Humor (er prägte den jüdischen Witz im Hollywood-Film massgeblich), den sich ein nicht-jüdischer Komiker nie leisten dürfte.

Radio SRF 2 Kultur, Kultur-Aktualität, 26.06.2026, 17:40 Uhr

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