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Neu im Kino «The Death of Robin Hood»: Hugh Jackman begräbt den Heldenmythos

Dieser Robin Hood hilft keinem – nicht mal sich selbst. Düsteres Drama um einen überraschend brutalen Gauner.

«Niemand beschützt die Sanftmütigen», sagt Robin Hood mit ernstem Blick. Nein, dieser Mann ist kein Helfer der Armen und Schwachen. Auch sein Little John ist alles andere als ein fröhlicher Gefährte, der von den Reichen nimmt, um es den Armen zu geben: Das Stück Brot, für das er einen Mann erschlagen hat, isst er selbst. Ohne mit der Wimper zu zucken oder die geringste Reue zu empfinden.

Finsterer Geselle

Die erste halbe Stunde von «The Death of Robin Hood» ist eine ziemlich düstere und brutale Angelegenheit. Hugh Jackman spielt den bekannten Gesetzlosen mürrisch, wortkarg, fatalistisch. Und der schlägt sich mit roher Kraft durch eine unwirtliche Welt.

Mann mit langem grauem Haar und Bart in Fellkleidung steht in einer kargen Landschaft.
Legende: Harter Kerl mit Herz aus Stein: Dieser Robin Hood (Hugh Jackman) hat nichts Gutes im Sinn. Ascot Elite

Ein Leben lang hat er Menschen ausgeraubt und getötet, sodass ihm nun Heerscharen von Rächerinnen und Rächer nach dem Leben trachten. Reue empfindet Robin Hood deswegen nicht, doch er ist der ewigen Auseinandersetzungen derart müde geworden, dass er sich nur noch den Tod herbeiwünscht.

Dem Tod von der Schippe gefallen

Es scheint, als würde ihm dieser Wunsch bald erfüllt: Von Little John lässt sich Robin Hood in eine Reihe blutiger Kämpfe verwickeln, bei denen er ebenso viel einstecken muss, wie er austeilt. Zwar liegt er schliesslich schwer verwundet auf dem Schlachtfeld, doch wird ihm der erlösende Tod nicht gewährt.

Eine Person im blauen Tuch kümmert sich um eine ältere Person im Bett.
Legende: Lichtblick nach einer halben Stunde Finsternis: Schwester Brigid (Jodie Comer) bringt Heilung für Robin Hoods geschundenen Körper. Und für seine Seele. Ascot Elite

Robin Hood landet in den Händen einer gutmütigen Nonne, die ihn mit ihrer medizinischen Betreuung zurück ins Leben holt. In ihrem sonnendurchfluteten Kloster kommt Robin Hood nicht nur wieder zu Kräften, sondern entdeckt auch endlich seine Menschlichkeit – doch selbstverständlich gibt es kein Entkommen vor seiner schrecklichen Vergangenheit.

Der Schurke wird zum Helden

«The Death of Robin Hood» treibt genüsslich sein Spiel damit, dass er nicht im Geringsten der Geschichte entspricht, die wir von Robin Hood kennen. Dabei ist diese Version literaturhistorisch durchaus akkurat. In den ersten Texten über Robin Hood im 15. Jahrhundert ist dieser ein einfacher Räuber, der seinen Opfern auch mal mit brutalen Mitteln zu Leibe rückt.

Dass Robin Hood seine Taten aus edlen Motiven begeht und mit ihnen die Armen und Schwachen unterstützt, wurde ihm erst in den folgenden Jahrhunderten angedichtet. Auch im Film erzählen sich die Menschen allerlei Gutes über diesen Helden. Robin Hood selbst ist der Geschichten überdrüssig, hält sie gar für Zeitverschwendung. Zum Schluss wird der Film zum Lob auf die Kraft des Geschichtenerzählens, die uns die Welt besser erscheinen lässt, als sie tatsächlich ist.

Die wichtigsten «Robin Hood»-Filme

So gewinnt «The Death of Robin Hood» dieser Figur, die bereits hundertfach verfilmt wurde, neue Aspekte ab. Erstmals wurde der Stoff 1908 verfilmt, seither haben unter anderen Errol Flynn, Sean Connery, Kevin Costner oder Russell Crowe den Mann mit dem Bogen verkörpert. Einen Robin Hood wie den von Hugh Jackman gab es bisher aber nicht.

Der Film zeigt schliesslich, wie der gebrochene Antiheld zur Lichtgestalt umgedeutet wird. Die Legende von Robin Hood entfaltet ihre Kraft selbst dann, wenn der wahre Robin Hood ein brutaler Gauner war, der den moralischen Ansprüchen dieser Heldenfigur nicht im Geringsten genügte.

Kinostart: 18.6.2026

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SRF 1, 10vor10, 17.6.2026, 21:50 Uhr

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