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Panorama Was macht das Tritel Flims im AKW Yongbyong?

Nordkorea will das vor Jahren stillgelegte AKW Yongbyong wieder hochfahren. Bilder zeigen eine marode Atomanlage. Mitten in der Kommandozentrale steht ein Telefon aus Schweizer Produktion.

Legende: Video Marode Anlage: Das AKW Yongbyong im Jahr 2008 (unkomm.) abspielen. Laufzeit 0:48 Minuten.
Vom 03.04.2013.

Nordkorea hat am Dienstag angekündigt, sein Atomkraftwerk in Yongbyong wieder in Betrieb zu nehmen. Die umstrittene Anlage, die ab den frühen 1960er-Jahren mit sowjetischer Hilfe als Atomforschungszentrum geplant und gebaut wurde, ist seit 2008 stillgelegt. Nordkorea reagierte damals auf internationalen Druck, die in Yongbyong betriebene Aufbereitung von Plutonium einzustellen.

1 Telefon
Legende: Das Tritel Flims – ein Bestseller der PTT in den 80er Jahren. telefonsammlung.ch

Als sichtbares Zeichen für den Abbau des Atomprogramms wurde der Kühlturm gesprengt. Der Rest der Anlage blieb bestehen. Bilder von 2008 zeigen verrottende Einrichtungen, die Steuerungsanlage ist wohl ein halbes Jahrhundert alt. Mittendrin auf dem Kommandopult steht ein wohlbekanntes Telefon.

«Das ist ganz klar ein Tritel, Modell Flims», sagt Karl Kronig, Leiter Sammlungen im Berner Museum für Kommunikation. Das Tritel Flims wurde ab 1985 von Ascom in der Schweiz hergestellt.

Der Telefoniekonzern Ascom ist heute nur noch ein Schatten seiner selbst. Die Produktion in der Schweiz ist längst eingestellt, die Mitarbeiter sind entlassen oder pensioniert.

Mysteriöser Weg von Bern nach Nordkorea

«Ich habe Tritel-Flims-Apparate damals bei Ascom zu Tausenden repariert», erinnert sich Hansrudolf Remund. Ascom habe zwar neben der PTT – Vorgängerin der heutigen Swisscom – auch für andere Anbieter produziert. Dennoch kann Remund nur spekulieren, wie das Tritel Flims nach Nordkorea gelangt ist. Einen offiziellen Export dorthin habe es damals nicht gegeben.

Wahrscheinlicher ist wohl diese Version: Die PTT hat nach dem Auslaufen der Produktion des Tritel Flims die Lagerbestände abgebaut. Gleich Lastwagenweise seien die Geräte in den Osten, zum Beispiel nach Rumänien verscherbelt worden, sagt Remund. Oder das Telefon ist als Einzelstück im Rahmen von Entwicklungshilfe nach Nordkorea gelangt.

René Steiner, der bei Ascom unter anderem das firmeneigene Museum betreut hat, hat eine weitere Theorie: «Ascom hatte in China eine Tochterfirma, die Münzfernsprecher hergestellt hat.» Vielleicht sei dieses Tritel Flims von dort ins benachbarte Nordkorea gelangt.

Seit 2008 ist das Schweizer Telefon im stillgelegten Atomkraftwerk Yongbyong verstaubt. Werden die Reaktivierungspläne des nordkoreanischen Regimes tatsächlich umgesetzt, wird nicht nur das AKW, sondern vielleicht auch das Tritel Flims wieder ans Netz gehen. Dann würde dort im Notfall ein Stück Schweizer Qualität zur Verfügung stehen.

Legende: Video Nordkorea droht mit Reaktivierung von Atomanlage abspielen. Laufzeit 1:36 Minuten.
Aus Tagesschau vom 02.04.2013.

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4 Kommentare

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  • Kommentar von Franz NANNI, Nelspruit SA
    Wer sagt denn, dass die Foto authentisch ist? Man nimmt etwas das aussieht wie es der Leser erwartet, und das wars denn. Wieso sollte jemand eh Zutritt gehabt haben zu den Nordkoreanischen Atomanlagen, ob alt oder neu.. man darf denken denken und nicht sich vernarren lassen!
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  • Kommentar von Adrian Christen, Thun
    bei mir zuhause ist das selbe telefon auch noch in betrieb. funktioniert tiptop! das ist richtige schweizer qualität und wird wohl noch einige meiner natels überleben. ich setzte wenn immer möglich auf schweizer qualität und weiss auch warum, das ist ökonomisch und ökologisch sinnvoll!
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    1. Antwort von B. Piano, Jura
      Bei Stromausfällen, welche hier oben in den Freibergen öfters vorkommen, greife ich auf das von meinen Eltern geerbte Tritel zurück. Funktioniert immer!
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  • Kommentar von Josef Künzli, Oberkirch
    Schweizer Funktechnik ist in Nordkorea auch andernorts in Verwendung. So wurde der Kurzwellensender Beromünster 1995 nach Nordkorea exportiert, wo er seitdem für ein Inlandprogram gebraucht wird. Ich wage zu bezweifen, dass dieses Programm der Bevölkerung kritische Berichterstattung bietet. Bravo, tolle Entwicklunghilfe der Schweiz.
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