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Fuad Hussein Ali und Fiori Birhane bangen um ihre Lehrstelle
Aus Regionaljournal Bern Freiburg Wallis vom 06.12.2019.
abspielen. Laufzeit 10:33 Minuten.
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Diskussion im Kantonsparlament Auch abgewiesene Asylsuchende sollen Lehre fertig machen dürfen

Für Asylsuchende, Lehrbetriebe und Berufsschulen ist die Situation derzeit schwierig. Sie hoffen auf eine Änderung.

Fuad Hussein Ali macht zurzeit eine Vorlehre. Der 22-jährige Eritreer hat danach, ab Sommer 2020, eine Ausbildungsstelle zum Pflegefachmann. Doch sein Asylgesuch wurde abgewiesen, er hat Rekurs eingelegt. Wird er erneut abgewiesen, wird der Vertrag nichtig. Er würde seine Vorlehre und seine Lehre verlieren, auch wenn er nicht sofort in sein Heimatland Eritrea zurückgeschickt werden könnte.

Das gleiche Schicksal droht der 20-jährigen Fiori Birhane. Auch sie macht eine Vorlehre, auch sie stammt aus Eritrea, auch sie hat ein abgelehntes Asylgesuch, auch sie müsste zurück, sobald der Entscheid definitiv ist. Auch sie würde ihre Vorlehre verlieren. Das soll sich ändern im Kanton Bern.

Darüber wird nächste Woche diskutiert

Mehrere Anträge im bernischen Grossen Rat fordern, dass eine «Härtefallregelung» eingeführt wird: Sobald der Bund ein Asylgesuch abgewiesen hat, soll der Kanton Bern beim Bund ein Härtefall-Gesuch stellen. Somit würde der Lehrvertrag nicht automatisch ungültig und die abgewiesene Person könnte unter Umständen die Lehre beenden.

Dort, wo die beiden jungen Erwachsenen ihre Ausbildung machen, an der Berufsfachschule Gibb in Bern, sind sie keine Einzelfälle. Insgesamt zehn Asylsuchende machen dort eine Vorlehre – alle warten auf den Asylentscheid.

«Das bringt Unruhe. Es ist ein Klima der Angst», sagt Esther Gygax von der Berufsfachschule Gibb in Bern. Viele der Jungen seien geflüchtet und traumatisiert. Die Schule gebe ihnen die Struktur, die sie so dringend benötigten. «Es ist ein Damoklesschwert, das ständig über den Köpfen der jungen Menschen hängt.»

Porträt
Legende: Esther Gygax leitet die Abteilungen für Grundbildungen an der Berufsfachschule Bern. SRF

Es sei Knochenarbeit, sich mit wenig Sprachkompetenz durch eine Vorlehre zu kämpfen. Das müsse belohnt werden, findet Esther Gygax. Wenn das abrupt ein Ende nehme, würden sich die Asylsuchenden beim nächsten Mal wohl besser überlegen, wie viel sie wirklich bereit sind zu investieren.

Schlagartig fehlt eine Arbeitskraft

Nicht nur für die Jungen ist die heutige Praxis schwierig, sondern auch für die Betriebe, die ihnen Lehrstellen anbieten. So auch für Malermeister Jürg Lüthi. Sein Lehrling bekam einen negativen Asylentscheid. Im Betrieb hätte man ihn gut brauchen können. Der abgewiesene Asylsuchende ist noch in der Schweiz, weil die Schweiz mit Eritrea kein Rückübernahmeabkommen hat. Doch arbeiten darf er nicht mehr.

Porträt.
Legende: Malermeister Jürg Lüthi kämpft, dass sein Lehrling (mit negativem Asylentscheid) die Lehre beenden kann. SRF

Plötzlich fehlt Lüthi eine Arbeitskraft, in deren Ausbildung er investiert hat. «Wenn die Lehrstelle offiziell bewilligt ist und sich die Person im Betrieb bewährt, soll sie das auch bis zum Schluss durchziehen können», sagt Jürg Lüthi. In der jetzigen Situation gäbe es nur Verlierer: Seinem Lehrling verbaue man die Zukunft und ihm selbst fehle die Planungssicherheit.

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4 Kommentare

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  • Kommentar von Rolf Michel  (Mosses01)
    Mal sehen, was das "neue" Parlament dazu parliert, resp. zustande bringt.
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  • Kommentar von Michaela Schmid  (Mitdenkerin)
    Sehr bedauerliche und völlig unverständliche Entscheide, Lehrlinge einfach auszuweisen! Warum fliessen erfolgreiche Bemühungen nicht in den Asylentscheid ein? Wer eine Lehre beginnt, sollte sie auch beenden dürfen. Und wer diese erfolgreich abschliesst, sollte als willkommene Fachkraft im Land bleiben dürfen! Sonst wird ja jegliche Motivation systematisch untergraben! Zeit, dass in dieser Behörde mal aufgeräumt wird!?
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  • Kommentar von Manuel Hauri  (manu)
    Das darf ja nicht wahr sein!! Da engagieren sich die Lehrkräfte, die Wirtschaft, Arbeitslosen- und Migrationshelfer und viele, viele Freiwillige drum, dass die Asylsuchenden integrierbar sind. Da kommt die Regierung und schiesst allen in die Beine. Setzt falsche Anreize und baut zusätzliche Hürden. Erstens ist das respektlos gegenüber jenen die sich einsetzen, zweitens eine dumme Form zu regieren und drittens rücksichtslos gegenüber jenen, die es nicht so einfach haben wie wir SchweizerInnen.
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