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Skandinavien lockt Duzen statt siezen und Kunst im Tunnel: 10 Funfacts über Schweden

Schweiz und Schweden – zwei Länder, die gerne miteinander verwechselt werden. Schweden gehört zu den 20 Ländern mit den meisten Auslandschweizern. Aktuell leben 6803 Schweizerinnen und Schweizer in Schweden (Stand 2024). Was macht das Land so beliebt? Vielleicht sind es diese zehn Funfacts.

Schwedischer Nationalfeiertag am 6. Juni

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Gruppe von Menschen in traditioneller Kleidung auf einem Kiesweg.
Legende: Schwedens Königsfamilie am Nationalfeiertag. IMAGO / IBL

Der schwedische Nationalfeiertag wird jedes Jahr am 6. Juni gefeiert. Er erinnert an zwei wichtige Ereignisse der schwedischen Geschichte: die Wahl von Gustav Vasa zum König im Jahr 1523, die als Beginn des modernen schwedischen Staates gilt, sowie die Verabschiedung einer neuen Verfassung im Jahr 1809.

Lange Zeit spielte dieser Tag im Vergleich zu anderen schwedischen Festen eine eher geringe Rolle. Erst seit 2005 ist er ein gesetzlicher Feiertag.

Heute feiern die Menschen in ganz Schweden mit Konzerten, Flaggenzeremonien und öffentlichen Veranstaltungen. Auch viele neue schwedische Staatsbürgerinnen und Staatsbürger werden an diesem Tag offiziell willkommen geheissen.

1. Duzen ist die Norm – fast überall

In Schweden ist es üblich, sich gegenseitig zu duzen, unabhängig vom Alter oder der sozialen Stellung. Ob der Chef, ein Polizist oder der Professor – die Anrede per «Du» ist tief in der schwedischen Kultur verwurzelt und Ausdruck einer egalitären Gesellschaft. Die einzige Ausnahme bildet hierbei die Königsfamilie.

2. Ein Paradies für Erfinder

Schweden ist eine wahre Innovationsschmiede und gehört zu den Ländern mit den meisten Patenten pro Kopf in Europa. Viele Erfindungen, die unseren Alltag prägen, haben hier ihren Ursprung, darunter der Herzschrittmacher, das Tetra Pak und sogar das Dynamit.

3. Die Stockholmer U-Bahn als Kunstgalerie

Die Stockholmer Tunnelbana ist weit mehr als nur ein Transportmittel. Fast jede Station ist mit Kunstwerken wie Malereien, Skulpturen und Mosaiken geschmückt und gilt als eine der grössten Kunstgalerien der Welt.

4. Recycling als Lebensphilosophie

Schweden gilt weltweit als Vorreiter beim Recycling – nicht unbedingt, weil alles perfekt recycelt wird, sondern weil das gesamte System ganzheitlich und konsequent funktioniert. Kinder lernen schon früh zu recyceln, und das Land ist führend in Sachen Abfallwirtschaft: Rund 99 Prozent des Abfalls in Schweden werden recycelt. So stehen etwa Firmen in der Pflicht: Verpackungen müssen möglichst recycelbar sein.

Menschen nutzen Rückgabeautomaten in einem Supermarkt.
Legende: Auf Flaschen und Dosen gibt es Pfand, dadurch landen kaum wertvolle Materialien im Restmüll. IMAGO / bonn-sequenz

5. Elternzeit für alle

Schweden ist bekannt für seine familienfreundliche Politik. Die Elternversicherung ist grosszügig und ermöglicht Eltern 480 bezahlte Elterntage, die sich Mütter und Väter teilen können. Dies fördert die Vereinbarkeit von Familie und Beruf und ist Alltag im Land.

6. Alkoholmonopol über Wein und Bier wacht der Staat

Wer in Schweden spontan Wein kaufen will, erlebt schnell die Realität eines starken Staates: Das schwedische Alkoholmonopol könnte für Touristinnen und Touristen aus der Schweiz ein Kulturschock sein. Tatsächlich dürfen Getränke über 3.5 Prozent nur im staatlichen «Systembolaget» verkauft werden.

Staatliches Verkaufsmonopol

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Eingang eines Geschäfts mit Glastüren und Schaufenster.
Legende: Staatliche Verkaufsstelle von Alkohol in Karlshamn, Schweden. IMAGO / Dreamstime

Systembolaget ist das staatliche Verkaufsmonopol für alkoholische Getränke in Schweden. Es wurde 1955 gegründet, nachdem die schwedische Regierung verschiedene frühere Kontrollsysteme zusammenlegte. Hintergrund war die lange Tradition einer strengen Alkoholpolitik, die auf die Bekämpfung von Alkoholmissbrauch und dessen sozialen Folgen abzielte.

Die wichtigsten Gründe für die Einführung von Systembolaget liegen im Gesundheits- und Jugendschutz. Der Staat wollte den Zugang zu starken alkoholischen Getränken bewusst regulieren, indem er Verkauf, Öffnungszeiten und Preise kontrolliert. Durch das Monopol sollte verhindert werden, dass wirtschaftliche Interessen – also möglichst viel Alkohol zu verkaufen – im Vordergrund stehen.

7. «Fika» ist mehr als eine Kaffeepause

«Fika» wirkt wie eine Kaffeepause – und ist doch weit mehr: «Fika» bedeutet innehalten, reden, sich verbinden und ist Herzstück der schwedischen Lebensphilosophie.

Gruppe von Menschen sitzt um einen Tisch in einer schmalen Strasse mit bunten Häusern.
Legende: «Fika» ist ein gesellschaftlicher Schlüsselbegriff für eine ritualisierte Pause mit Kaffee, Gebäck und sozialen Kontakten. SRF / Bruno Kaufmann

8. Ein Land aus Wäldern und Seen

Mehr als zwei Drittel der Landesfläche Schwedens sind bewaldet – rund 68 Prozent. Gleichzeitig gibt es knapp 100'000 Seen, was dem Land seinen charakteristischen Naturreichtum verleiht.

9. Mehrsprachigkeit und kulturelle Vielfalt

Neben Schwedisch sind fünf Minderheitensprachen offiziell anerkannt: Samisch, Finnisch, Meänkieli, Jiddisch und Romani. Diese Vielfalt spiegelt die historischen und kulturellen Einflüsse im Land wider.

Vier Personen in traditioneller Kleidung im Schnee, umgeben von verschneiten Bäumen.
Legende: Eine Familie der samischen Minderheit. SRF / Bruno Kaufmann

10. Achtung Verwechslungsgefahr

Aufgrund ähnlicher Namen (Sweden/Switzerland) werden die beiden Länder weltweit oft verwechselt. Dies hat dazu geführt, dass Schweden sogar eine Kampagne lanciert hat, um die Unterschiede humorvoll hervorzuheben. 

Fazit:

Schweden ist mehr ein spannendes Experiment und weniger Postkartenidylle: ein Land, das Nähe organisiert, Freiheit strukturiert und Wandel nüchtern gestaltet.

Radio SRF 1, 3.6.2026, 5:40 Uhr; wyss

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