Nach Lawinenunfall: Prinz Friso ringt weiter mit dem Tod

Trotz hoher Lawinengefahr fuhr der niederländische Prinz Friso abseits der Skipisten. 20 Minuten war er verschüttet unter Schneemassen begraben. Ob er überlebt, kann auch zwei Tage nach dem Unglück noch niemand sagen.

Der niederländische Prinz Johan Friso wird nach seinem schweren Lawinenunfall weiterhin auf der Intensivstation der Uniklinik Innsbruck behandelt. Sein Zustand sei stabil, aber er schwebe nach wie vor in Lebensgefahr, teilte das Königshaus in Den Haag am Sonntag mit. Eine Prognose könne «nicht eher als Ende dieser Woche» abgegeben werden. Prinz Friso soll ein Schädel-Hirn-Trauma erlitten haben und in einem künstlichem Tiefschlaf liegen.

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Bildlegende: War 20 Minuten verschüttet Prinz Friso liegt weiterhin auf der Intensivstation der Uniklinik Innsbruck. Reuters

Friso, Vater von zwei Kindern und jüngerer Bruder von Kronzprinz Willem-Alexander, war Freitagmittag beim Skifahren in Lech am Arlberg in Westösterreich von einer Lawine verschüttet worden. Er lag etwa 20 Minuten unter dem Schnee, bevor er gefunden und wiederbelebt wurde.

Niederländische Königsfamilie ans Krankenbett geeilt

Königin Beatrix und die Frau des Verunglückten, Mabel, fuhren sowohl am Samstag als auch am Sonntag von Lech nach Innsbruck. Die beiden dunkel gekleideten Frauen hielten sich bei ihren Besuchen im Krankenhaus an der Hand und wirkten sehr bedrückt. Zum Gesundheitszustand von Johan Friso äusserten sie sich nicht.

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Königin Beatrix und Frisos Frau, Mabel, am Samstag auf dem Weg...

0:37 min, vom 19.2.2012

Die übrige Königsfamilie, darunter Willem-Alexander und der dritte und jüngste Sohn der Königin, Constantijn, waren Freitagabend aus Den Haag nach Österreich gereist. Prinz Willem-Alexander antwortete in Lech auf drängende Fragen einiger Journalisten: «Wir danken für alle guten Wünsche aus der Bevölkerung. Und wir danken auch, dass Sie uns in Ruhe lassen.»

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Kronprinz Willem-Alexander will keine Auskunft geben

1:07 min, vom 19.2.2012

Nach Informationen des Senders ORF erlitt Johan Friso ein schweres Schädel-Hirn-Trauma. Bei verschütteten Lawinenopfern besteht zudem eine grosse Gefahr durch Unterkühlung und Sauerstoffmangel.

Staatsanwaltschaft hat Ermittlungen aufgenommen

Bereits am Freitag hatte die zuständige Staatsanwaltschaft Ermittlungen aufgenommen. Es handele sich um eine routinemässige Untersuchung, wie sie nach jedem Unfall vorgenommen werde, teilte die Sicherheitsdirektion in Vorarlberg mit. Es gebe keinen Beschuldigten.

Prinz Friso: Unfallhergang

Zum Unfallzeitpunkt gegen Mittag fuhr Prinz Friso mit einem  einheimischen Begleiter abseits der Piste Ski. Nach Medienberichten war der Begleiter der Besitzer des Luxus-Hotels, in dem die königliche Familie regelmässig wohnt.

Ein grosses Schneebrett löste sich und erfasste beide Skifahrer. Wer die Lawine lostrat, war zunächst unklar. Der Begleiter konnte sich dank eines sogenannten Lawinen-Airbags im Rucksack retten und Hilfe rufen. Der Prinz trug keinen Lawinen-Airbag und wurde verschüttet.

Helfer von der Pisten- und Bergrettung sowie Skilehrer, die den Unfall beobachtet hatten, fanden den Verschütteten etwa 20 Minuten nach dem Unglück 40 Zentimeter unter der Schneeoberfläche. Der Prinz wurde wiederbelebt und mit einem Hubschrauber in die Universitätsklinik Innsbruck geflogen. Im Internet kursieren inzwischen Videoaufnahmen, die den Hubschraubereinsatz zeigen.