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Streaming-Tipp Pionierinnen am Berg – Geschichten vom Aufstieg

Längst sind auch die Frauen da, wo das Leben intensiv und die Gefühle stark sind. Das war nicht immer so. In der Schweiz passten bergsteigende Frauen lange nicht ins nationale Selbstbild.

Sogar hochschwanger im Fels

Den neuen Typ der alpinen Sportkletterin verkörpert «Nina Machina». So lautet der Spitzname von Nina Caprez. Sie hat viele legendäre Routen geklettert, oft als erste Frau.  

Mittlerweile ist Caprez zweifache Mutter. Auch im siebten Monat steigt sie noch in die Felswand. Caprez sagt: «Ich habe einen sehr starken Kopf. Ich weiss nicht wirklich, was Angst ist.»

SAC will lange keine Frauen

Doch es ist nicht lange her, dass Frauen auf Kinder oder sogar auf eine Beziehung verzichteten, weil sie in die Berge wollten. Ihr Weg nach oben war voller Hindernisse.

Der Schweizerische Alpen-Club SAC liess erst Ende der 1970er Frauen als Mitglieder zu. 1986 war es Nicole Niquille, die mit 30 erste diplomierte Schweizer Bergführerin wurde.

Erst Everest, dann Rollstuhl

Dass Niquille meist die einzige Frau unter Männern war, störte sie nicht. Ihr Partner war Erhard Loretan, ein Star-Alpinist. Mit ihm kletterte sie am Everest sowie am K2.

Die Zeit als Bergführerin bezeichnet sie heute als schönste ihres Lebens. Bis 1994 ein Schicksalsschlag alles veränderte.

Niquille: «Als ich am Fuss eines Felsens Morcheln suchen, fiel mir aus vielleicht 100 Metern Höhe ein kleiner Stein auf den Kopf.»

Der Stein zerstörte ihr Sprach- und Bewegungszentrum. Die Sprache kam zurück, ihre Gehversuche waren aber letztlich vergebens.

Niquille erzählt von einem Rat ihrer Oma: «Wähl immer den schwierigeren von zwei Wegen, du wirst dafür belohnt.» Und ich habe immer den schwierigeren gewählt.

Der Aufstieg ist nicht zu Ende

Das könnte auch für Rita Christen gelten. Die 58-jährige Bergführerin ist als erste Frau zur designierten Präsidentin des Internationalen Bergführerverbandes gewählt. 

Christen sagt zu ihrem Werdegang: «Ich war meistens allein als Frau, aber das war mir egal. Immer eher die Gefahr zu sehen, ist mir persönlich fremd.»

Viel ist passiert, seit alle Frauen mit dem Wunsch nach alpinem Bergsteigen primär mit Hürden konfrontiert waren. Viel bleibt aber noch zu tun. Von den 1500 Schweizer Bergführern sind erst rund 40 Frauen.

SRF 1, 31.5.26, 22:25 ; 

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