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Essay Kathrin Hönegger Die Konstante des Glücks

Nach einem 16-stündigen Tag Gnocchi mit extra viel Käse essen. In Rahmsauce. Das macht mich glücklich. Mein Sohn reimte: «Give me five, give me Fleisch!» – und strahlte unfassbar glücklich. Die Umarmung meiner Eltern. Es gibt so vieles, was mich an Glück erinnert. Doch was wie Glücksfunken verpufft, hallt nach, wenn ich es mit anderen Menschen teile. Lässt sich das Glück dehnen? Machen, dass es bleibt? Diese Frage treibt mich um, seit ich Dr. Monika Hauser zum Interview traf. Die Aktivistin und gynäkologische Chirurgin arbeitete in mehreren Kriegsgebieten und verarztete Frauen, die schwer verwundet oder vergewaltigt wurden. Als Monika Hauser von ihrer Arbeit erzählte, die so vielen Menschen hilft, war ich beeindruckt ob der Sinnhaftigkeit ihres Tuns. Sie schien das zu tun, was sie tun kann, und veränderte damit die Welt. So stellte ich mir wertvolle Arbeit vor. Ob sie glücklich ist? Das habe ich sie nicht gefragt. Aber ich stellte ihr die Frage: Was kann ich tun?

Sie sagte mir, einer knapp 20-jährigen Journalistin: «Tun Sie, was Sie können. Nutzen Sie Ihren Job, Ihr Können, Ihre Arbeit, um die Welt sichtbar und verstehbar zu machen. Auch so engagieren Sie sich für die Welt – und halten sie ein Stück weit zusammen.» Dieser «Rat» hat mich glücklich gemacht. Erhellend war die Erkenntnis: Ja, ich kann etwas tun! Nicht nur für mich. Fortan war meine Arbeit nicht per se von «Erfolg» oder dem Streben danach geprägt, sondern von unermüdlichen Berichten über die Fragen unserer Zeit. Zusammenhänge verstehen. Wissenschaft berührbar und erlebbar machen. Das Finden der Sinnhaftigkeit darin machte mich glücklich. Es ist die grösste Konstante von Glück, die sich vermutlich bisher durch mein Leben zog. Unterbrochen von der Geburt reimender Kinder. Dem Sich-wiederfinden nach Verlusten oder Gnocchi* um Mitternacht.

 

PS: Ich empfinde es als grosses Glück, Wörter wie diese auf ihre korrekte Schreibweise zu googeln.

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