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Dentalhygiene für Tiere Sie schaut dem Gaul ins Maul

Zahnarztbesuche sind für viele Menschen ein Graus. Doch wie ergeht es erst einem Pferd? Ein Besuch bei der Pferdezahnärztin Julie Schwechler zeigt: Hier ist alles eine Nummer grösser, lauter und anstrengender.

Ihr Behandlungszimmer ist der Stall, ihre Arbeitskleidung eine Regenhose und eine Stirnlampe. Julie Schwechler ist Tierärztin und hat sich in Sache Zahnmedizin bei Pferden, Ponys und Eseln spezialisiert. Damit sich die Pferde möglichst wohl fühlen, reist die Tierärztin von Stall zu Stall, um ihre Kontrollen und Behandlungen vor Ort durchzuführen.

Es ist unangenehm für die Tiere, genau wie für uns Menschen
Autor: Julie Schwechler Tierärztin

Statt feiner Sonden packt sie schwere Schleifmaschinen, riesige Zangen und ein Maulgatter aus, welcher das Maul des Patienten Federicus offenhalten soll. «Es ist unangenehm für die Tiere, genau wie für uns Menschen», erklärt sie der 11-jährigen Kinderreporterin Isabel. Die will nämlich wissen, wie grosse Tiere zum Tierarzt müssen.

Mädchen mit Mikrofon steht neben Tierarzt, der ein Pferd behandelt.
Legende: In der Folge von «SRF Kids Reporter» möchte Isabel herausfinden, wie es um die Dentalhygiene ihrer Lieblingstiere steht. Diese essen ja gar keine Gummibärchen und Schokolade. SRF / Leila Sekandari

Da Pferdezähne jährlich um zwei bis drei Millimeter nachwachsen und sich ungleichmässig abnutzen, entstehen oft messerscharfe Kanten. Diese verletzen Zunge und Backen. «Das müssen wir regelmässig abschleifen», so die Tierärztin.

Die Kinderreporterin beweist Mut und tastet unter Anleitung selbst tief im Maul des sedierten Pferdes nach den scharfen Spitzen. Nicht ganz ungefährlich: «Ich wurde auch schon in die Finger gebissen», warnt die Tierärztin.

Sogar Karies gibt es bei Pferden – in den sogenannten Schmelzbechern der Backenzähne sammeln sich Bakterien, was zu schmerzhaften Entzündungen führen kann. Dann muss auch beim Pferd gebohrt und gefüllt werden.

Knochenjob aus Leidenschaft

Am Ende ist Pferd Federico erlöst. Für Julie Schwechler bleibt es ein Knochenjob, der im Winter eiskalt und im Sommer extrem anstrengend ist. Dennoch liebt sie ihre Arbeit: «Es ist schön, wenn man den Tieren direkt helfen und etwas Gutes tun kann. Auch wenn sie mich in diesem Moment nicht unbedingt mögen», meint sie mit einem Augenzwinkern.

Radio SRF 1, 18.7.2026, 10:00 Uhr

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