Das sind grosse Fragen. Und die gute Nachricht ist: Dein Gefühl sagt dir, was für dich stimmt.
Jeder Mensch ist einzigartig. Manche wissen schon früh, wer sie sind. Andere brauchen mehr Zeit, um das herauszufinden. Beides ist völlig normal.
Wie nenne ich das jetzt?
Bei der Geburt wird anhand der körperlichen Merkmale entschieden, ob ein Baby als Mädchen oder Junge eingetragen wird. Viele Personen fühlen sich später mit diesem Geschlecht wohl. Einige Menschen merken jedoch mit der Zeit, dass dies für sie nicht stimmt.
Das nennt man Geschlechtsidentität. Sie beschreibt, wie du dich im Inneren fühlst, unabhängig davon, was andere über dich denken.
Geschlechtervielfalt ist nichts Neues. Forschende gehen davon aus, dass es Menschen mit unterschiedlichen Geschlechtsidentitäten schon immer und überall gegeben hat. Vor vielen Jahren begannen Menschen aber an vielen Orten alle Identitäten ausser «Frau» und «Mann» zu unterdrücken. Heute wird auch bei uns wieder offener über Geschlechtervielfalt gesprochen und viele Menschen trauen sich, so zu leben, wie sie sich fühlen.
Wie fühlt es sich an, trans zu sein? SRF Kids Moderatorin Luana spricht mit Nala (8) über ihren Alltag und ihre Erfahrungen:
Fragen im Kopf? Du bist nicht allein!
Vielleicht fällt dir beim Lesen auf, dass auch dich das Thema beschäftigt. Oder du kennst ein Kind, welches darüber nachdenkt. Oder du möchtest einfach mehr darüber erfahren. Egal, aus welchem Grund: Du musst deine Fragen nicht allein beantworten.
Sprich mit einer Person, der du vertraust. Das können deine Eltern, eine Lehrperson oder die Schulsozialarbeit sein.
Es gibt auch Beratungsstellen, an die du dich wenden kannst. Einige davon haben wir dir hier aufgelistet.
Alle Fragen sind erlaubt. Dafür sind sie da!
Was kannst du tun?
Wenn du selbst nicht davon betroffen bist, fragst du dich vielleicht: Wie kann ich andere Kinder unterstützen? Du musst nicht alles über Geschlechtsidentität wissen, um eine gute Unterstützung zu sein. Hier ein paar Tipps für dich:
- Höre zu: Wenn dir jemand etwas Persönliches erzählt, höre einfach zu. Du musst nicht sofort eine Lösung haben.
- Benutze den Namen, den sich die Person wünscht: Damit zeigst du Respekt.
- Respektiere Pronomen: Manche Menschen möchten, dass man mit «sie» über sie redet, andere mit «er» und weitere mit keinem Pronomen. Auch sogenannte «Neo»-Pronomen sind möglich wie they, dey, hen etc. Wenn du unsicher bist, darfst du freundlich nachfragen.
- Niemanden auslachen: Jeder Mensch verdient Respekt. Wenn jemand ausgeschlossen oder beleidigt wird, kannst du helfen oder einer erwachsenen Person Bescheid sagen.
- Du musst nicht alles verstehen: Es ist völlig in Ordnung, Fragen zu haben. Wichtig ist, dass wir offen und freundlich miteinander umgehen und einander akzeptieren.
Achte auf deine Sprache
Mit kleinen Wörtern kannst du viel bewirken. So sprichst du möglichst viele Menschen an und schliesst niemanden aus:
| Statt... | Kannst du auch sagen... |
| Jungs oder Mädchen | Kinder, Jugendliche |
| Mama und Papa | Eltern |
| Bruder oder Schwester | Geschwister |
| Frauen und Männer | erwachsene Menschen |
| Lehrer oder Lehrerin | Lehrperson |
Wenn du das Geschlecht einer Person nicht kennst oder die Person es so wünscht, kannst du auch einfach ihren Namen verwenden. Beispiel: Alex ging spazieren. Plötzlich sah Alex einen Vogel hoch oben am Himmel. Alex blieb stehen und beobachtete ihn eine Weile.
Wichtig! Du musst nicht immer geschlechtsneutrale Wörter verwenden. Wenn du jedoch nicht weisst, wie sich eine Person identifiziert, oder wenn du möglichst alle ansprechen möchtest, können diese Formulierungen hilfreich sein.
Geschichten, die Mut machen und stärken
Geschichten helfen oft dabei, andere Menschen besser zu verstehen. In Büchern kannst du entdecken, wie andere Kinder denken und fühlen. Du kannst auch vom Fachwissen von Expert:innen profitieren.
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Bild 1 von 11. Das schönste Kleid der Welt. Dieses Buch erzählt die Geschichte von Anna, die von allen Paul genannt wird, da niemand weiss, dass sie ein Mädchen ist. Alter: ab 4 Jahren. Bildquelle: 100% Mensch Verlag.
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Bild 2 von 11. PS: Es gibt Lieblingseis. Eine Geschichte, die sich mit Intergeschlechtlichkeit beschäftigt. Es geht um den 6-jährigen Bella. Alter: ab 4 Jahren. Bildquelle: Marta Press.
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Bild 3 von 11. Körper sind toll. Dieses Buch zeigt die bunte Vielfalt unterschiedlicher Körper. Hier gibt es nicht nur verschiedene Frisuren und Hauttöne zu bewundern, sondern auch behaarte Beine, buschige Augenbrauen, Muttermale, Sommersprossen, Muskeln, Speckröllchen und vieles mehr. Alter: ab 3 Jahren. Bildquelle: Zuckersüss Verlag.
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Bild 4 von 11. Klär mich auf. Das dicke, lustige Aufklärungsbuch mit Antworten auf 101 echte Kinderfragen. Alter: ab 8 Jahren. Bildquelle: Klett Kinderbuch Verlag.
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Bild 5 von 11. Peinlich war gestern! 63 spannende Fakten erklären auf leicht verständliche Weise, wie sich der Körper in der Pubertät verändert, warum Gefühle wie Verliebtsein oder Scham völlig normal sind und wie du lernen kannst, eigene Grenzen zu setzen und die Grenzen anderer zu respektieren. Alter: ab 8 Jahren. Bildquelle: NARO Verlag.
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Bild 6 von 11. Melissa. Das ist ein Lesetipp von Quinn (14) aus der Folge «SRF Kids Reporter:in». Dieses Buch erzählt die Geschichte von George, die eigentlich ein Mädchen ist und Melissa heissen möchte. Doch aus Angst, nicht verstanden zu werden, hat sie bisher niemandem davon erzählt. Alter: ab 8 Jahren. Bildquelle: S. Fischer Verlage.
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Bild 7 von 11. Was ist eigentlich dieses LGBTIQ*? Dieses Buch erklärt die Themen Vielfalt, Identität und sexuelle Orientierung auf verständliche Weise und fördert dabei Selbstakzeptanz und gegenseitigen Respekt. Alter: ab 11 Jahren. Bildquelle: Migo Verlag.
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Bild 8 von 11. Queergestreift. Das ist auch ein Lesetipp von Quinn (14). In diesem Buch dreht sich alles um Liebe, Identität und Sex. Alter: ab 11 Jahren. Bildquelle: Carl Hanser Verlag.
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Bild 9 von 11. Love is for Losers … also echt nicht mein Ding. Auch das ist ein Buchtipp von Quinn. Hormone, nein danke! Die lästigen Botenstoffe machen Phoebe das Leben gerade zur Hölle, und das, obwohl sie sich eigentlich auf die Prüfungen vorbereiten muss. Alter: ab 12 Jahren. Bildquelle: dtv Verlag.
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Bild 10 von 11. Fucking fucking schön. Die Erzählerin nimmt die vielen Wörter für Sex unter die Lupe und stellt fest: Sie klingen sachlich und medizinisch über vulgär bis hin zu romantisch. Witzig und ehrlich zeigt sie, warum das Ganze ziemlich verwirrend sein kann. Alter: ab 14 Jahren. Bildquelle: Jacoby & Stuart.
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Bild 11 von 11. Sex in echt. Dieses Buch begleitet dich auf ehrliche, lockere Weise und ohne Tabus durch die Pubertät. Es beantwortet Fragen zu Liebe, Beziehungen, Sexualität, Verhütung und dem eigenen Körper. Es ermutigt dich, deine Identität und Sexualität selbstbestimmt zu entdecken. Alter: ab 12 Jahren. Bildquelle: Verlag Friedrich Oetinger.
Du musst nicht heute schon wissen, wer du bist. Du darfst Fragen haben. Du darfst wachsen. Und vor allem: Du bist genau richtig, so wie du bist. Und du wirst so leben können. Auch wenn im Moment vielleicht noch nicht alle Menschen um dich alles verstehen.
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