International bekannt wurde Sam Neill mit der Rolle des sympathischen und mutigen Paläontologen Dr. Alan Grant im Film «Jurassic Park» (1993). Der Spross einer Soldatenfamilie in Nordirland, die es nach Neuseeland verschlug, verkörperte Dr. Grant auch in den beiden Fortsetzungen von «Jurassic Park».
SRF-Filmredaktor Enno Reins ist eine Neill-Szene aus dem ersten «Jurassic Park» in Erinnerung geblieben. «Seine Figur war ein Forscher, der Kinder nicht mochte. Im Film bekommt er's aber gleich mit zwei zu tun. Und wie Neill die Abneigung seiner Figur herübergebracht hat, mit Blicken und wenig Worten, das war witzig und beeindruckend.»
Zu Neills Top-Filmen zählt «The Piano» (1992) der Neuseeländerin Jane Campion. In dem opulenten und Oscar-prämierten Klavierepos spielte Neill den distanzierten und emotional zerrissenen Ehemann an der Seite von Hauptdarstellerin Holly Hunter.
Berühmt, aber bescheiden
In «The Hunt for Red October» (1990) verkörperte Neill den sympathischen und loyalen sowjetischen Offizier namens Vasily Borodin. Als herausragend gilt auch Neills betont ruhiger und deshalb so unheimlicher Auftritt als Antichrist im Horror-Klassiker «Omen III: The Final Conflict» (1981).
Auch im Fernsehen war Neill in zahlreichen Produktionen zu sehen, unter anderem in der britischen Gangsterserie «Peaky Blinders». Hier gab Neill einen eiskalten Detektiv aus Nordirland. «Er war einer, der sich nicht in den Vordergrund drängte, aber trotzdem wahnsinnig präsent war», sagt Filmredaktor Reins. Und einer, der «zwischen Arthouse-Filmen und Blockbustern hin- und hersprang».
In seiner Heimat Neuseeland galt Neill denn auch als bescheidener Mensch, der sich wenig aus seinem Star-Status machte. In den sozialen Medien postete der Hobby-Winzer öfter Bilder seiner Tiere, von denen manche grosse Namen trugen; das Huhn hiess nach Schauspielkollegin Laura Dern, die Ente wie Popstar Kylie Minogue und eine Kuh Helena Bonham Carter.
Licht und Schatten
2023 veröffentlichte Neill seine Memoiren «Did I Ever Tell You This». Noch im selben Jahr machte er öffentlich, dass er wegen einer seltenen Form von Blutkrebs behandelt werde. «Diese dunklen Momente lassen das Licht erst richtig hervortreten», sagte Neill 2023 mit Blick auf seine Krebsbehandlung dem «Guardian».
Seine Familie gab Neills Tod auf Instagram bekannt. Er sei plötzlich und unerwartet gekommen, heisst es. Neill sei zum Zeitpunkt seines Todes aber krebsfrei gewesen. Neuseelands Premierminister Christopher Luxon würdigte Neill in einer in den sozialen Medien veröffentlichten Erklärung als «einen der Grossen».