«Science-Fiction ist wichtig, weil sie die Menschen nährt. Der Mensch ist ein Tier, das sein Leben erzählt, seine Gedanken und Vorstellungen», sagt Frédéric Jaccaud, der Direktor des Maison d’Ailleurs in Yverdon-Les-Bains.
Das Museum für Science-Fiction wurde 1806 erbaut, ursprünglich als Gefängnis. Seit 1991 beherbergt es eine riesige Sammlung des Fantastischen: Bücher, Comics, Magazine, Zeitungen, Filme und Computerspiele. Sie bilden die Grundlage für die Ausstellungen des Hauses.
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Bild 1 von 6. Roboteralarm! Die Maison d’Ailleurs zeigt klassisches Science-Fiction-Material …. Bildquelle: KEYSTONE/Chrisitian Brun.
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Bild 2 von 6. … muskelbepackte Helden …. Bildquelle: KEYSTONE/Valentin Flauraud.
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Bild 3 von 6. … Überväter der Popkultur («Je suis ton pere») …. Bildquelle: KEYSTONE/Laurent Gillieron.
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Bild 4 von 6. … die Maison d'Ailleurs zieht seit fünf Jahrzehnten …. Bildquelle: KEYSTONE/Laurent Gillieron.
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Bild 5 von 6. ... Freunde des Fantastischen nach Yverdon. Bildquelle: KEYSTONE/Jean-Christophe Bott.
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Bild 6 von 6. Aktuell zu sehen: die Ausstellung über den Genfer Comic-Künstler Frederik Peeters. Bildquelle: KEYSTONE/Cyril Zingaro.
«Wir verfolgen ein thematisches Konzept, das auf der Vorstellungswelt beruht, auf allem, was sich der Mensch ausgedacht hat, seit er Geschichten erzählt», erklärt Jaccaud.
Science-Fiction war schon immer Vorreiterin
Einst war Sci-Fi ein Nischenphänomen, so Jaccaud: «In den 2000er- und jetzt in den 2020er-Jahren, war und ist Science-Fiction sehr populär, vorwiegend im Kino und in US-amerikanischen Comics. Die Thematik bereichert und belebt unser Universum, weil dieses auf das aktuelle Denken abfärbt. Die Technologie, die uns heute umgibt, ist oft inspiriert durch Gegenstände, die seit den 1950er-Jahren erdacht wurden.»
Bildtelefonie etwa, Mondflüge, ein Virtual-Reality-Headset oder die Telemedizin tauchten lange vor ihrer Verwirklichung in der Science-Fiction-Literatur auf. Umgekehrt, sagt der Leiter der Maison d’Ailleurs, rege die Gegenwart neue Fantasien heutiger Science-Fiction-Autorinnen und -Autoren an.
Eine Schenkung als Ausgangspunkt
Begonnen hat das Abenteuer der Maison d’Ailleurs 1975, als der französische Autor Pierre Versins der Stadt Yverdon seine riesige Sammlung schenkte. Versins, ein Résistance-Kämpfer, der Auschwitz überlebt hatte, hat die bekannte «Encyclopédie de l’utopie, des voyages extraordinaires et de la science-fiction» verfasst. Er wollte nicht, dass seine Bücher und Dokumente nach seinem Tod zerstreut würden.
Zuerst betrieb er sein Museum in seiner Dreizimmerwohnung. 1991 stellte die Stadt Yverdon das einstige Gefängnis zur Verfügung – und seit 2008 zusätzlich eine Etage für den «Espace Jules Verne» im benachbarten früheren Casino. Dort findet sich die kleine Dauerausstellung des Museums: Objekte aus einer Sammlung über den visionären französischen Autor, ebenfalls eine Schenkung des Sammlers Jean-Michel Margot.
Kein Museum für die Massen
In der Museumslandschaft sei die Maison d’Ailleurs gut verankert, erklärt der Museumsdirektor. Ihre Themen seien «ein wenig wie die Art brut». Also weniger ein Museum für die Massen als vielmehr ein Abenteuer: ästhetisch und auch hinsichtlich der Visionen, die das Fantastische zur Diskussion stellt.
Ein Denk- und Schauraum der besonderen Art.