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50 Jahre Maison d’Ailleurs Dieses Museum ist ein Mekka für Science-Fiction-Fans

Vom Gefängnis zum Mekka für Science-Fiction-Fans: Die Maison d’Ailleurs ist weit mehr als ein Museum – sie ist ein Abenteuer.

«Science-Fiction ist wichtig, weil sie die Menschen nährt. Der Mensch ist ein Tier, das sein Leben erzählt, seine Gedanken und Vorstellungen», sagt Frédéric Jaccaud, der Direktor des Maison d’Ailleurs in Yverdon-Les-Bains.

Altes Gebäude mit Pflanzen im Vordergrund.
Legende: Das Museum ist bekannt für ungewöhnliche Themenausstellungen. So durften sich Besuchende bereits mit fliegenden Autos, Dinosaurierwelten und Transhumanismus beschäftigen. KEYSTONE/Valentin Flauraud

Das Museum für Science-Fiction wurde 1806 erbaut, ursprünglich als Gefängnis. Seit 1991 beherbergt es eine riesige Sammlung des Fantastischen: Bücher, Comics, Magazine, Zeitungen, Filme und Computerspiele. Sie bilden die Grundlage für die Ausstellungen des Hauses.

«Wir verfolgen ein thematisches Konzept, das auf der Vorstellungswelt beruht, auf allem, was sich der Mensch ausgedacht hat, seit er Geschichten erzählt», erklärt Jaccaud.

Science-Fiction war schon immer Vorreiterin

Einst war Sci-Fi ein Nischenphänomen, so Jaccaud: «In den 2000er- und jetzt in den 2020er-Jahren, war und ist Science-Fiction sehr populär, vorwiegend im Kino und in US-amerikanischen Comics. Die Thematik bereichert und belebt unser Universum, weil dieses auf das aktuelle Denken abfärbt. Die Technologie, die uns heute umgibt, ist oft inspiriert durch Gegenstände, die seit den 1950er-Jahren erdacht wurden.»

Person in einem Anzug steht vor einem Gebäude mit Aufschrift.
Legende: Frédéric Jaccaud arbeitet seit 22 Jahren für das Haus beim Schloss von Yverdon: zuerst als Kurator, seit 2024 als Direktor. SRF/Raphael Zehnder

Bildtelefonie etwa, Mondflüge, ein Virtual-Reality-Headset oder die Telemedizin tauchten lange vor ihrer Verwirklichung in der Science-Fiction-Literatur auf. Umgekehrt, sagt der Leiter der Maison d’Ailleurs, rege die Gegenwart neue Fantasien heutiger Science-Fiction-Autorinnen und -Autoren an.

Eine Schenkung als Ausgangspunkt

Begonnen hat das Abenteuer der Maison d’Ailleurs 1975, als der französische Autor Pierre Versins der Stadt Yverdon seine riesige Sammlung schenkte. Versins, ein Résistance-Kämpfer, der Auschwitz überlebt hatte, hat die bekannte «Encyclopédie de l’utopie, des voyages extraordinaires et de la science-fiction» verfasst. Er wollte nicht, dass seine Bücher und Dokumente nach seinem Tod zerstreut würden.

Zahlen rund um die Maison d’Ailleurs

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300 Quadratmeter Ausstellungsfläche bietet die Maison d’Ailleurs. Dieses Jahr subventioniert die Stadt Yverdon die Trägerstiftung des Museums mit 620'000 Franken. Daraus bestreitet man 3,4 Vollzeitstellen und den Betrieb. Dieser wirke weit über die Region hinaus, sagt Frédéric Jaccaud.

Pro Jahr besuchen 10'000 Personen das Museum, darunter 100 Schulklassen. Zudem recherchieren etliche Forschende aus Literaturwissenschaft und Design in der Sammlung von mittlerweile 120'000 Gegenständen.

Zuerst betrieb er sein Museum in seiner Dreizimmerwohnung. 1991 stellte die Stadt Yverdon das einstige Gefängnis zur Verfügung – und seit 2008 zusätzlich eine Etage für den «Espace Jules Verne» im benachbarten früheren Casino. Dort findet sich die kleine Dauerausstellung des Museums: Objekte aus einer Sammlung über den visionären französischen Autor, ebenfalls eine Schenkung des Sammlers Jean-Michel Margot.

Kein Museum für die Massen

In der Museumslandschaft sei die Maison d’Ailleurs gut verankert, erklärt der Museumsdirektor. Ihre Themen seien «ein wenig wie die Art brut». Also weniger ein Museum für die Massen als vielmehr ein Abenteuer: ästhetisch und auch hinsichtlich der Visionen, die das Fantastische zur Diskussion stellt.

Ein Denk- und Schauraum der besonderen Art.

Die aktuelle Ausstellung «Expedition inside Peeters»

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Die Ausstellung «Expedition inside Peeters» (bis Januar 2027 im Maison d’Ailleurs besuchbar) zeigt 200 Werke aus allen Schaffensphasen des Genfer Comiczeichners Frederik Peeters.

«Ein riesiges Talent von internationalem Renommé», sagt Frédéric Jaccaud. «Er erschafft nicht nur ein fiktionales, fantastisches Werk, sondern auch ein enorm vielfältiges.»

Diese Vielfalt kommt in der aktuellen Schau exzellent zur Geltung.

Radio SRF 2 Kultur, Kultur-Aktualität, 8.7.2026, 17:10 Uhr

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