Es gibt Stimmen, die einfach nur klingen. Und es gab die Stimme von Bonnie Tyler. In ihrem rauen Timbre schwang Vieles mit: Verletzlichkeit, ein Leben zwischen Aufbruch und Schicksalsschlägen, gleichzeitig aber auch Mut und Entschlossenheit, Widrigkeiten zu trotzen.
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Bild 1 von 9. Bonnie Tyler: Markenzeichen der Nichtraucherin: ihre rauchige Stimme. Bildquelle: WENN.
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Bild 2 von 9. Schon früh steht sie auf der Bühne. In jungen Jahren ist sie allerdings sehr schüchtern. Bildquelle: Getty Images.
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Bild 3 von 9. Mitte der 1970er wird sie von einem Scout entdeckt – und schnell zum Weltstar. Bildquelle: Getty Images.
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Bild 4 von 9. Jim Steinman, der Produzent von Meat Loaf, schreibt für Tyler den Welthit «Total Eclipse Of The Heart». Bildquelle: Getty Images.
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Bild 5 von 9. Seit 1973 ist Bonnie Tyler mit Robert Sullivan verheiratet. Bildquelle: Getty Images.
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Bild 6 von 9. Sullivan ist Judoka und ein Cousin von Catherine Zeta-Jones' Vater. Bildquelle: WENN.
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Bild 7 von 9. Die Frisur ändert sich...,. Bildquelle: Getty Images.
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Bild 8 von 9. ... die Stimme bleibt. Bildquelle: Getty Images.
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Bild 9 von 9. 2022 ging Bonnie Tyler wieder auf Tournee. Bildquelle: Getty Images.
Bonnie Tyler wurde 1951 als Gaynor Hopkins im walisischen Swansea geboren und wuchs in einer Arbeiterfamilie auf. Ihre Karriere begann in einem kleinen Club im Süden von Wales, wo sie als Countrysängerin auftrat und durch Zufall entdeckt wurde. Ihre zweite Single «Lost in France» landete prompt in den Top 10 der britischen Charts.
Kurz darauf veränderte eine Stimmbandoperation ihr Gesangsorgan unwiderruflich, was sich im Nachhinein als glückliche Fügung herausstellen sollte. Denn aus der klaren Country-Stimme wurde das berühmte Reibeisen-Timbre, das zu Tylers unverkennbarem Markenzeichen werden sollte.
Herzschmerz im Breitformat
Mit «It’s a Heartache» gelang Bonnie Tyler 1977 der internationale Durchbruch. Der Song wurde zu einer Hymne, die mehrere Generationen ein kleines bisschen über Liebeskummer hinweggetröstet haben dürfte. «It’s a fool’s game» (ein Narrenspiel), sang sie über enttäuschte Liebe – wir nickten und schnäuzten ins Taschentuch.
In den 1980er-Jahren wurde Bonnie Tyler zur Königin des dramatischen, orchestralen Bombasts. «Total Eclipse of the Heart», ein Song, der Meat Loaf für sie schrieb, war nicht einfach ein Lied, sondern ein Gewitter beziehungsweise Herzschmerz in Breitformat. Wer diesen Song nicht mindestens einmal lauthals beim Autofahren mitgesungen hat, wenn er im Radio erklang, ist noch nie richtig Auto gefahren.
«Total Eclipse Of The Heart» erreichte Platz 1 in Grossbritannien und den USA und brachte Bonnie Tyler zwei Grammy-Nominierungen ein. Die Mischung aus Verletzlichkeit, Pathos und unerschütterlicher Kraft, die Tyler darin ausstrahlt, macht den Song zu einem Stück Popgeschichte – und zu einer der meistgespielten Powerballaden an Hochzeiten und Karaoke-Sausen.
Welttourneen und ESC
Auch wenn die 1990er- und 2000er-Jahre nicht von Charterfolgen geprägt waren, so veröffentlichte Bonnie Tyler kontinuierlich neue Alben (insgesamt 18 Studioalben), tourte weltweit und konnte auf eine beständige Fangemeinschaft zählen, die ihre Authentizität schätzte. Sie blieb sich treu, auch als Trends wechselten und sich die Popwelt neu erfand.
2013 trat Bonnie Tyler beim Eurovision Song Contest für das United Kingdom an – und zeigte, dass sie sich auch mit 62 nicht scheute, Risiken einzugehen.
Privat war Bonnie Tyler geerdet und lebte seit 1973 mit ihrem Partner, dem britischen Judoka Robert Sullivan, abwechselnd an der Südküste von Wales und an der Algarve in Portugal. Nach einem Darmdurchbruch musste sie sich dort jüngst einer Notoperation unterziehen. Sie wurde anschliessend wochenlang ins künstliche Koma versetzt – darauf sagte sie alle Sommerkonzerte ab. Nun ist sie 75-jährig verstorben, wie auf ihrem Facebook-Profil bekanntgegeben wurde.
Mit Bonnie Tyler ist eine Rockpoetin mit Herz und Kratzspuren von uns gegangen, die mit ihren Songs Generationen geprägt hat. Gerade weil ihre brüchige Stimme vermeintlich unperfekt klang und gerade weil sie manchmal sang, als hätte sie jedes Gefühl schon zu oft erlebt, zielten ihre Songs mitten ins Herz.