Der Juni ist in der Schweiz nicht gerade bekannt für sonniges und heisses Sommerwetter. Im Gegenteil: Im Volksmund gibt es den Witterungsregelfall der «Schafskälte». Dieser beschreibt eine mehr oder weniger regelmässig auftretende Wetterphase Mitte Juni mit nasskaltem Wetter und Schnee in den Alpen.
Schafskälte im Juni 2026
Auch in diesem Jahr gab es in den ersten zwölf Juni-Tagen keine Spur von Hochsommer. Im Gegenteil: Am 10. Juni lagen die Höchsttemperaturen in Bern bei 15, in Luzern bei nur gerade 13 Grad.
Am nächsten Morgen wurden auf dem Säntis 11 und auf dem Weissfluhjoch 9 Zentimeter Neuschnee gemessen.
Hitzewelle stellt Juni-Bilanz auf dem Kopf
Am Wochenende vom 13. und 14. Juni wurde der Wetter-Schalter auf Hochsommer umgelegt. Seit Mittwoch, 17. Juni folgt ein Hitzetag nach dem anderen mit Höchstwerten teils deutlich über der 30-Grad-Marke. Diese Hitzewelle ist so massiv, dass der kühle bis normale Juni-Beginn komplett aus der Statistik verschwindet.
Rechnet man die Prognose für die kommende Woche mit ein, resultiert für Basel eine voraussichtliche Monatsmitteltemperatur von rund 22 Grad. Dies wäre Platz 2 seit Messbeginn im Jahre 1755. In den vergangen 271 Jahren war es nur im Juni des Hitzesommers 2003 noch eine Spur heisser.
13 Hitzetage in Folge
Auch an anderen Orten ist die Hitzewelle im Juni 2026 einmalig: In Luzern wird die 30-Grad-Marke bis Montag an 13 Tagen nacheinander überschritten. Dies gab es noch nie seit Beginn der Wetteraufzeichnungen im Jahr 1886.
Weitere Hitze-Rekorde sind in Reichweite: Wird zum Höhepunkt der Hitzewelle am Freitag und Samstag auf der Alpennordseite zum ersten Mal überhaupt die 40-Grad-Marke geknackt? Möglicherweise knapp nicht, es ist aber nicht ausgeschlossen.
Die Tagesmitteltemperaturen in der Nordwestschweiz sind ebenfalls rekordverdächtig: Mit Tropennächten und Höchstwerten um 38 Grad resultiert ein 24-Stunden-Mittel von etwa 30 Grad – der bisherige absolute Rekord in Basel stammt aus dem Juli 2015 mit 29.2 Grad.