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Bundesrat spricht sich für zwei Wochen Vaterschaftsurlaub aus
Aus Tagesschau vom 10.08.2020.
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Abstimmung vom 27. September Bundesrat spricht sich für zwei Wochen Vaterschaftsurlaub aus

  • Der Bundesrat setzt sich für einen zweiwöchigen Vaterschaftsurlaub ein.
  • Dieser soll im Fall einer Annahme der Vorlage am 27. September bereits Anfang 2021 in Kraft gesetzt werden, sagte Gesundheitsminister Alain Berset.
  • Der Bundesrat muss den Vaterschaftsurlaub gegen seinen Willen umsetzen, hatte er doch die Volksinitiative für vier Wochen Urlaub und den indirekten Gegenvorschlag ursprünglich abgelehnt.

Berset sprach von einem «breit abgestützten Kompromiss» für den zweiwöchigen Vaterschaftsurlaub. «Er ermöglicht den erwerbstätigen Vätern, mehr Zeit mit der Familie zu verbringen und sich stärker im Familienalltag einzubringen und die Mutter zu unterstützen.» Mit der Vorlage könnten auch das Familien- und das Berufsleben besser miteinander vereinbart werden. Es handle sich also um eine zusätzliche Unterstützung für die Familien, wenn ein Kind komme.

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Berset: «Es ist eine zusätzlich Unterstützung für Familien»
Aus News-Clip vom 10.08.2020.
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«Wir werden alles unternehmen, um den Vaterschaftsurlaub per 1. Januar 2021 einzuführen», sagte Berset. Es bleibe aber relativ wenig Zeit für die Einführung. Auch der Direktor des Bundesamts für Sozialversicherungen (BSV), Stéphane Rossini, wies auf die Priorität der Vorlage hin. Seit Monaten werde bereits daran gearbeitet. Laut Berset wäre die Vorlage ohne das Referendum bereits in Kraft.

Ursprünglich dagegen

Der Bundesrat muss den Vaterschaftsurlaub gegen seinen Willen umsetzen, hatte er doch die Volksinitiative für vier Wochen Urlaub und den indirekten Gegenvorschlag ursprünglich abgelehnt. Im Parlament setzte sich im vergangenen Herbst aber eine Änderung des Erwerbsersatzgesetzes durch, die zwei Wochen Urlaub für frischgebackene Väter vorsieht.

Über diesen indirekten Gegenvorschlag zur Volksinitiative «Für einen vernünftigen Vaterschaftsurlaub – zum Nutzen der ganzen Familie» stimmt das Schweizer Volk am 27. September ab, weil dagegen das Referendum ergriffen wurde.

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Aus dem Archiv: Vorlage zum Vaterschaftsurlaub kurz erklärt
Aus Arena vom 26.06.2020.
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Zehn zusätzliche freie Arbeitstage

Bei Annahme der Vorlage erhalten die erwerbstätigen Väter das Recht auf einen zweiwöchigen Vaterschaftsurlaub, also auf zehn freie Arbeitstage. Sie können diesen Urlaub innerhalb von sechs Monaten nach der Geburt des Kindes beziehen, am Stück oder verteilt auf einzelne Tage.

Der Erwerbsausfall im Vaterschaftsurlaub wird entschädigt. Dabei gelten die gleichen Grundsätze wie beim Mutterschaftsurlaub. Die Entschädigung beträgt 80 Prozent des durchschnittlichen Erwerbseinkommens vor der Geburt des Kindes, höchstens aber 196 Franken pro Tag. Für zwei Wochen Urlaub werden 14 Taggelder ausbezahlt, was einen Höchstbetrag von 2744 Franken ergibt.

Berset: Ungleichheiten beseitigen

Finanziert wird der Vaterschaftsurlaub über die Erwerbsersatzordnung (EO). Die Kosten werden auf rund 230 Millionen Franken pro Jahr geschätzt. Für deren Finanzierung muss der Beitrag an die EO von heute 0.45 auf 0.50 Lohnprozente erhöht werden: Das entspricht einer Erhöhung um 50 Rappen pro 1000 Franken Lohn.

Der Urlaub für Väter ist in der Schweiz heute gesetzlich nicht geregelt. Männer können nach der Geburt ihres Kindes einen bis zwei freie Tage einfordern. Es gibt allerdings Arbeitgeber, die Vätern längere Auszeiten gewähren. «Wir garantieren ein Minimum für alle Väter», sagte Berset. Damit könnten auch bestehende Ungleichheiten beseitigt werden.

SRF 4 News, 10.08.2020, 14 Uhr;

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32 Kommentare

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  • Kommentar von Peter Mächler  (P. Mächler)
    @Fabian Wenk
    Für mich Gegenargument, 5 Wochen Ferien für ALLE Arbeitnehmenden. Immer noch sind im OR laut Gesetz nur vier Wochen Ferien im Jahr fest geschrieben. Ich finde zuerst sollte dies auf fünf Wochen geändert werden. Dann bin auch ich für den Vaterschaftsurlaub
    1. Antwort von Fabian Wenk  (FaweW)
      Bin ich sofort dafür!

      Leider hat das Stimmvolk gegen die 6 Wochen gestimmt, aus Angst die Wirtschaft könnte dies nicht stemmen...

      Ferien kann man aber nicht gleichsetzen mit WK, Zügeltag und Vaterschaftsurlaub.

      Letztere muss der Arbeitgeber gewähren.

      Bei Ferien gibt es Situationen an welche man sich anpassen muss. Hochbetrieb in den verschiedenen Branchen.

      Ferien muss man zudem vorher ankündigen. Geburt ist nicht genau auf den Tag planbar. Ausser bei Kaiserschnitt.
  • Kommentar von Nico Stäger  (Nico Stäger)
    Ich durfte bei beiden Kindern zwei Wochen normale Ferien ab Geburt beziehen. Ich bin mir sicher, dass die gewonnene Nähe und Liebe zu Kindern und Partnerin dazu geführt hat, dass ich heute ein klein wenig besserer Vater bin, als ohne diese Zeit. Wenn dies allen Vätern ermöglicht wird, bin ich mir sicher, dass dies künftig schlussendlich viel mehr Sozialkosten einsparen wird, als wir für den Vaterschaftsurlaub über EO einzahlen.
  • Kommentar von Dominik Schaafkopf  (dersonnenanpeter)
    Die Diskussionen sind lächerlich. In jedem anderen Land in Europa gibt es mehr. In Deutschland hat ein Freund von mir 6 Monate und seine Frau 8 Monate.
    1. Antwort von Lukas Gubser  (Mastplast)
      Deutschland ist auch mit fast 4 billionen Euro verschuldet.